Oberstleutnant Herbert Pfeill

Herbert Pfeill wurde am 13. April 1915 in Porto/Portugal geboren.
Er trat nach seiner schulischen Ausbildung dem Heer bei und kam 1936 zur 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 29 in Crossen/Oder. Das Regiment gehörte zur 3. Infanterie-Division. Kompaniechef war der damalige Hauptmann Kunow, welcher später Chef der 1. Kompanie des Grenz-Infanterie-Regiments 121 und Kommandeur des III./IR 121 war.
Pfeill wechselte dann zur 6./IR 29 unter Hauptmann Tildner und nach dem Einmarsch in das Sudetenland zur 2./IR 29. Mit der Aufstellung des Grenz-Infanterie-Regiments 121 kam er zur 4. Kompanie, deren Chef Hauptmann Balzer war. Nach dem Polenfeldzug wechselte er zur 5./IR 121. Den Frankreichfeldzug erlebte er bei der 13.(IG)/IR 121 und wechselte dann zur 11./IR 121, wo er die Zeit der Stationierung im Warthegau verbrachte.
Im Dezember 1940 wurde er als Leutnant Adjutant des I./IR 121, dessen Kommandeur der spätere Generalleutnant und Eichenlaubträger Hauptmann Erich Reuter war. Aus vielen Berichten ist eine hervorragende Zusammenarbeit von Reuter und Pfeill zu erkennen, welche einen äußerst unkonventionellen Charakter besaß und von Vorteil für die Soldaten des Bataillons war.
Ende 1941 übernimmt er, inzwischen zum Oberleutnant befördert, als Chef die 5./IR 121 und führt diese in die Kämpfen um die Halbinsel Kertsch und Sewastopol, bis er sie aufgrund einer Verwundung verlassen muss. Mit Rangdienstalter vom 1. April 1942 (1698a) wird er zum Hauptmann befördert.
Nach seiner Genesung wird er von Reuter zu dessen Abteilung im Heerespersonalamt des OKH geholt. Dort wird er Leiter der Zentralabteilung, welche in Berlin und später in Lübben/Spreewald ansässig ist.
In der letzten Phase des Krieges führte Pfeill das Fahnenjunker-Regiment „Dresden“ bei Guben. Aus diesem Regiment wurde im April 1945 das Panzer-Füsilier-Regiment 2 "Kurmark" aufgestellt. Anschließend wurde er Führer des Grenadier-Regiments 302, welches aus Teilen der Infanterieschule Döberitz Ende Januar 1945 aufgestellt wurde und zur Division "Döberitz", fälschlicherweise teils auch bei den unterstellten Einheiten als 303. ID bekannt, gehörte. Das Regiment zog sich im Verlauf der Kämpfe in den Kessel von Halbe zurück, wo Pfeill zum sechsten Mal verwundet wurde.
Er konnte sich jedoch mit Restteilen in den Raum Tangermünde zurückziehen, wo er sich am 7. Mai 1945 amerikanischen Truppen ergab. Pfeill wurde dann später noch in britische Kriegsgefangenschaft übergeben, aber relativ früh entlassen.
Nach der Entlassung ließ er sich in Göttingen nieder und konnte auch seine Frau und die Kinder in der sowjetisch besetzten Zone finden und zu sich holen. Er begann eine Lehre in einem Verlag und brachte es in wenigen Jahren bis zum Verlagsleiter.
Im Januar 1956 wurde er von der Bundeswehr eingestellt und arbeitete zunächst im Ministerium, wo er mitverantwortlich für die Herausgabe des „Taschenbuchs für Wehrfragen“ war. Im Anschluss daran wurde er Verbindungsoffizier zur 1. Französischen Armee in Baden-Baden. Anschließend folgte in den letzten vier Jahren seiner militärischen Laufbahn eine Tätigkeit als Militärattaché in Brasilien und Bolivien. Am 1. April 1973 wurde er als Oberstleutnant in den Ruhestand versetzt.
1954 war er der Organisator des ersten großen Divisionstreffens, welches zusammen mit der 3. und 68. ID durchgeführt wurde.
Nach einem Schlaganfall im Frühjahr 1993 verstarb Herbert Pfeill am 1. Dezember 1993.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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