Alexander Andrae wurde am 27.04.1888 in Kösling geboren und trat am
17.06.1906 in die Armee ein, wo er zunächst bis zum 30.09.1913 als
Fahnenjunker und Batterie-Offizier beim Feldartillerie-Regiment 18 seinen
Dienst versah und zugleich die Feldartillerieschule und die Militärturnanstalt
besuchte.
Am 01.10.1913 übernimmt er den Posten eines Bataillons-Adjutanten und am
01.03.1914 den des Regiments-Adjutanten. Dem schließt sich am 28.03.1915 die
Verwendung als Adjutant der Feldartillerie-Brigade 56, sowie ab dem 01.10.1916
als 2. Generalstabsoffizier beim Oberkommando der 2. Armee, an.
Danach vom 09.12.1916 bis zum 06.01.1917 Generalstabsoffizier im Stab der 25.
Infanterie-Division und dann bis Februar 1917 im Stab der 9.
Landwehr-Division, kommt Andrae im Februar 1017 als Generalstabsoffizier zum
Generalkommando des XVI. Armee-Korps. Zugleich übernimmt er den Posten eines
Kompaniechefs beim Infanterie-Regiment 177 und besucht von Juli bis September
1917 einen Generalstabslehrgang.
Am 18.11.1917 zum Generalstabsoffizier im Stab beim Generalgouvernement
Antwerpen, kommt er am 01.09.1918 zum Generalkommando des Garde-Korps. Nach
einer bisher unbekannten Verwendung wird er am 03.03.1919 als
Generalstabsoffizier zum Generalkommando des VI. Armee-Korps versetzt und am
27.06.1919 in den Stab beim Infanterieführer der Reichswehr-Brigade 6
versetzt, wo er am 31.01.1920 verabschiedet wird.
Andrae trat daraufhin am 01.02.1920 der Polizei bei und übernimmt dort
zunächst den Posten des Chefs des Stabes der Sicherheitspolizei von
Schleswig-Holstein und ist ab dem 01.10.1920 Sachbearbeiter beim Oberpräsidium
in Kiel.
Als Kommandeur der Schutzpolizei wechselt er am 01.10.1922 nach Cottbus und
ist vom 01.08.1925 bis zum 31.12.1926 Ausbilder und Sachbearbeiter in der
Forschungsabteilung der Höheren Polizeischule Potsdam-Eiche.
Am 01.01.1927 wird er als Ausbilder und Sachbearbeiter an das Polizei-Institut
nach Berlin versetzt und übernimmt dort am 01.04.1931 den Posten des
stellvertretenden Kommandeurs der Polizei-Inspektion der Polizeiverwaltung.
Weiterhin übernimmt er dann am 01.01.1933 das Kommando über das
Polizei-Institut und wird zugleich mit der Führung der Höheren
Polizeischule in Potsdam-Eiche beauftragt. Ab dem 25.03.1933 ist er nur noch
mit der Führung der Höheren Polizeischule beauftragt und übernimmt dann am
01.06.1934 das Kommando über die Landespolizeigruppe "Stettin". Mit
Ende seiner Dienstzeit bei der Polizei trat Andrae am 01.07.1935 dem Heer bei
und wird zunächst zum Artillerie-Regiment "Stettin" versetzt. Von dort
wechselt er am 15.10.1935 in den Stab des Artillerie-Regiments 12 und tritt am
01.08.1936 der Luftwaffe bei. Dort erhält er bis zum 31.10.1936 eine
Beobachter-Ausbildung an der Fliegerschule in Braunschweig und übernimmt am
01.11.1936 das Kommando über die Luftkriegsschule. Zugleich ist er vom
01.02.1938 bis zum 25.08.1939 Inspekteur für das Erziehungs- und
Ausbildungswesen der Luftwaffe.
Im Zuge der Mobilmachung wird er Chef des Luftgaustabes 17, der für Polen
verantwortlich ist.
Mit Ende des Feldzuges gegen Polen wird er am 01.10.1939 erneut Inspekteur für
das Erziehungs- und Ausbildungswesen der Luftwaffe und zugleich Kommandeur der
Luftkriegsschule.
Am 08.03.1940 übernimmt er den Posten des Chefs der Luftgaustabes 300 in
Dänemark und ist ab dem 19.04.1941 Chef des Luftgaustabes zbV 2.
Am 30.04.1941 wird er zum Kommandierenden General und Befehlshaber des
Luftgaus "Balkan", sowie zum Chef des Luftwaffenstabes "Kreta"
ernannt und übernimmt am 21.07.1941 die Aufgaben des Festungskommandanten
Kreta. Dort ist er verantwortlich für den Terror gegenüber der
Zivilbevölkerung. Unter seinem Kommando wurden tausende Bewohner Kretas
hingerichtet bzw. erschossen.
Am 30.08.1942 wechselt er als Offizier für Sonderaufgaben in das RLM und wird
dort am 31.05.1943 verabschiedet.
Im April 1945 wird er reaktiviert und Andrae trat dem Heer bei, wo er bis zum
08.05.1945 zur Verfügung des AOK der 4. Panzer-Armee steht und so in englische
Gefangenschaft gerät.
Aufgrund seiner Verbrechen auf Kreta wird er an die griech. Justiz übergeben,
die ihn im Dezember 1947 zu viermal lebenslänglich verurteilt. Nachdem das
Urteil am 24.12.1951 in vier Jahre Haft umgewandelt wurde, wird er am
10.02.1952 aus der Haft entlassen. Wieder in Deutschland ist er Mitbegründer
der Deutschen Reichspartei
Alexander Andrae verstarb am 03.04.1979 in Wiesbaden.