Karl Prager wurde am 19.09.1888 in München als Sohn
eines späteren Generalleutnants geboren. Durch den Beruf des Vaters, verlief
die schulische Ausbildung eher ungeradlinig und war gestört durch zahlreiche
Umzüge. Zunächst besuchte er die Volksschulen in Bamberg und München, trat
dann in München an das Ludwigs-Gymnasium, kam dann an ein Gymnasium nach
Bamberg, anschließend nach Berlin, Amberg und legte schließlich 1908 sein
Abitur in Bayreuth ab.
Wie sein Vater schlug nun auch Karl die mi8litärische Laufbahn ein und trat
dem 6. Feld-Artillerie-Regiment "Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von
Kalabrien" bei. Weiterhin besuchte er von 1911 bis 1912 die
Artillerieschule und erhielt Mitte 1914 eine Fliegerausbildung.
So begann für Prager als Leutnant, Flugzeugbeobachter und Feldflieger in
Aufklärungs-Flugzeugen der 1. Weltkrieg. Kurze Zeit später wird er bei einem
Flugzeugabsturz schwer verwundet und in ein Lazarett verlegt. Wieder genesen
kehrte er an die Front zurück und nahm seinen Dienst als Flugzeugbeobachter
wieder auf. Zum Oberleutnant befördert kommt er dabei 1916 u.a. über den
Maas-Höhen zum Einsatz. Außerdem ist er Telnehmer der Schlacht von Verdun, der
Somme, der Schlacht in Flandern und an den Stellungskämpfen in Lothringen.
Vor bzw. nach seiner Heirat im Jahre 1917 nahm Prager an verschiedenen Kursen
zur Ausbildung als Flieger-Funker-Führer teil und wurde 1917 als Führer der
bayerischen Schlachtfliegerstaffel 28 bzw. der bayerischen Flieger-Abteilung
199 eingesetzt.
Gegen Kriegsende kehrt er als Hauptmann und Batteriechef zu seinem alten 6.
Feld-Artillerie-Regiment zurück und beendet so seine Dienst im 1. Weltkrieg.
Eine Beurteilung aus dem Jahre 1918, noch im Feld, charakterisiert ihn als "gewissenhaft"
und geeignet für "Vertrauensstellungen".
In der Heimat trat er dem bayerischen Schützenkorps bei und bekämpfte u.a. die
neue Räteregierung.
Im Zuge des Versailler Vertrages wird Prager am 30.09.1920 aus dem Dienst
verabschiedet, woraufhin er der Landespolizei beitrat. Ab 1930 erfolgten
verschiedene Versetzungen u.a. nach Speyer und Augsburg, wo er ab 1935 als
Kommandeur der Landespolizei-Abteilung eingesetzt wird.
Im Range eines Oberstleutnants wird Prager am 01.08.1935 in die Wehrmacht
übernommen. Dort wird er am 06.10.1936 zum Kommandeur des Artillerie-Regiments
27 ernannt und nimmt so am Anschluss Österreichs teil.
Im Rahmen der
27. Infanterie-Division nimmt Prager mit seinem Regiment am Polen-Feldzug
in Südpolen teil und wird am 01.10.1939 zum ArKo 31 ernannt. Diesen Posten
bekleidet er bis zum 01.01.1942 und wechselt dann als Kommandeur zum HArKo
309.
Nachdem er diesen Posten am 06.04.1943 wieder abgab, wird er ab dem 01.06.1943
zum Inspekteur bei der Wehrersatzinspektion Frankfurt/Main ernannt und gerät
so bei Kriegsende in Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wird. Mit den
neuen Verhältnissen kam Karl Prager jedoch nicht zurecht und beging
schließlich zusammen mit seiner Frau Hildegard am 28.07.1948 Selbstmord.