Generalleutnant Konrad Sorsche





Konrad Sorsche wurde am 6. Juni 1883 in Kauffung/Schlesien geboren. Ab dem
1. April 1894 besuchte er die Kadettenanstalt Wahlstatt, wo er die Quinta bis
Untersecunda ablegt. Es folgte genau 4 Jahre später der Wechsel zur
Hauptkadettenanstalt Großlichterfelde, wo er die Obersecunda bis Oberprima
belegt. Am 1. April 1900 erhielt er dort sein Fähnrichsexamen.
Am Ende Februar 1902 tritt Sorsche dem Fußartillerie-Regiment Nr. 6 in
Neiße/Schlesien als Fähnrich bei. Von April bis Dezember des selben Jahres ist
er zur Kriegsschule Danzig kommandiert und wird am 27. Januar 1903 zum
Leutnant befördert, das Patent wird auf den 22. Juni 1901 datiert.
Es folgt die Beförderung zum Oberleutnant am 16. Juni 1910 und im Oktober 1911
die Kommandierung zur Kriegsakademie Berlin. In den Vorlesungsfreien Monaten
wurde er jeweils zu fremden Waffen abkommandiert. So war er beim
Füsilier-Regiment 180, beim Husaren-Regiment 6 und auch bei der
Matrosenartillerie eingesetzt. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914
ist er Ordonnanzoffizier im Stab der 6. Fußartilleriebrigade.
Am 8. Oktober 1914 wird Sorsche zum Hauptmann befördert. 1915 ist er
Batteriechef im Fußartillerie-Regiment 15, wird 1916 in den Generalstab
versetzt, ist im Stab des Generals der Fußartillerie in den Argonnen tätig und
danach Ib in der Etappeninspektion 5 in Montmédy.
1917 übernimmt er im Reichswehrministerium die Leitung des Referats I
(Organisation) der Fußartillerieabteilung in Berlin. 1919 ist er Leiter des
Organisationsreferats bei der Inspektion der Artillerie, ebenfalls im
Reichkriegsministerium. Er erwirbt sich beide Eiserne Kreuze von 1914, das
Verwundetenabzeichen in schwarz, die vierte Klasse des Ordens der Preußischen
Krone und das Ritterkreuz zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des
Badischen Orden vom Zähringer Löwen.
Ab Jahresanfang 1922 dient er als Batteriechef im Artillerie-Regiment 4 in
Halberstadt. 1923 wird er Taktik- und Kriegsgeschichtslehrer an der
Artillerieschule in Jüterbog und mit Wirkung vom 1. Februar 1924 wird er zum
Major befördert.
Ab Juli 1925 ist er Leiter der Wirtschaftsabteilung im Waffenamt des
Reichswehrministeriums und wird am 1. Juni 1929 zum Oberstleutnant befördert.
Im Oktober 1930 kehrt er wieder zum Artillerie-Regiment 4 nach Halberstadt
zurück und wird diesmal Kommandeur der I. Abteilung.
Mit RDA vom 1. April 1932 wird er wiederum beim I./AR 4 zum Oberst ernannt.
Anschließend wird er noch im Oktober des gleichen Jahres Kommandant der
Festungsstadt Küstrin (Grenzkommandantur Küstrin). Als - gewissermaßen -
Nebenaufgabe hat er die Funktion des Standortältesten der Garnison Küstrin
inne. Mit RDA vom 1. Dezember 1934 wird er hier zum Generalmajor befördert und
wirkt führend an der Aufstellung und Gliederung des späteren
Grenzschutz-Abschnitts-Kommandos 12 mit.
Ab 1935 wird mit dem Sperrausbau des Grenzabschnitts begonnen, es werden
Übungen in den entstehenden Befestigungswerken und auch geheime
Verbandsübungen mit dem inoffiziellen Grenzschutz durchgeführt, der sich
zumeist aus den zivilen Bewohnern der Grenzregion zusammensetzte.
1937 wird er charakterisiert zum Generalleutnant ernannt, mit RDA vom 1. März
1938 erfolgt die letztendliche Beförderung. Ab Ende 1937 werden die aktiven
Grenztruppen aufgestellt, allen voran das Grenz-Infanterie-Bataillon 122. Er
forcierte den Ausbau der aktiven Grenztruppenteile, so entstanden die
Regimenter 121, 122 und 123 sowie ein Pionier-Bataillon, die
Nachrichten-Abteilung und eine Artillerie-Abteilungen kamen hinzu. Im Oktober
1938 erhält die Grenzkommandantur Küstrin die Stellung einer Division, sie
soll bei Mobilmachung die
50. Infanterie-Division bilden. Dazu wird Sorsche im Mai 1939 beauftragt,
die Ausbildung der Truppen vom Kampf in den Festungswerken auf Bewegungskrieg
umzustellen.
Bei Ausbruch des Krieges gegen Polen fungiert er als Kommandeur der 50. ID und
führt diese in Polen und Frankreich, wobei er die Spangen zu beiden Eisernen
Kreuzen erhält. Am 25. Oktober 1940 verlässt er die Division, welche nach dem
Feldzug gegen Frankreich gerade im Warthegau liegt und Ausbildung sowie
Neugliederung betreibt und steht zur Verfügung des OKH. Ab dem 1. März 1941
übernimmt er die Wehr-Ersatz-Inspektion Liegnitz im Wehrkreis VIII. Am 31.
Januar 1945 wird er verabschiedet und flüchtet vor den herannahenden
sowjetischen Truppen.
Im April 1945 wird er in Eisenach durch amerikanische Truppen gefangen
genommen. Es folgt die Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft am 17. Dezember
1946. Konrad Sorsche verstirbt am 11. Februar 1971 in Stuttgart.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
