1.Coburg  wird NS-Hochburg

(folgende Abläufe der Geschichte Coburgs, die sie zu dem Ruf kommen ließ die "erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands " zu sein, werden chronologisch dargestellt)

10. Dezember 1928, Dringlichkeitsantrag des Stadtrates Franz Schwede (NSDAP; dieser gehört mit Parteifreunden Bernhardt und Linke dem 25 Mann starken Coburger Stadtrat an) beim Polizei- und Verwaltungssenat der Stadt mit folgendem Inhalt: 

in der Stadt kursieren Gerüchte, wonach der Generaldirektor der Firma Grossmann AG, Kommissionsrat Abraham Friedmann,  über dem Kopf der Staatsregierung mit allen Mitteln versuchen würde zum Kommerzienrat ernannt zu werden. Die Stadtverwaltung möge alles tun um dies zu verhindern, bzw. bei Bewahrheitung dieser Gerüchte hart durchzugreifen

der Antrag wurde in beiden Senaten abgewiesen

Januar 1929, Abraham Friedmann teilt der Direktion der Städtischen Werke mit, er und mit ihm die Firma Conitzer in der Spitalgasse würden den Bezug von Strom und Koks sofort einstellen, wenn die Städt. Werke nicht sofort den dort angestellten Maschinenmeister Schwede entlassen würden

13. Februar 1929, nach Anhörung des Betriebsausschusses wird dem Angestellten Franz Schwede gekündigt

22. Februar 1929, der Stadtrat bestätigt die Kündigung mit einer Mehrheit

Ende Februar/Anfang März 1929, NSDAP nimmt mit einer Agitations- und Propagandawelle Stellung zur Entlassung Schwedes, Abraham Friedmann ( durch Schlachtviehverschiebungen reich geworden) und dem "Held der Skagerrakschlacht" Schwede (EK 1 im 1. WK) werden gegenüber gestellt, Schwede war Matrose gewesen und wurde aus seiner memelländischen Heimat durch den Versailler Vertrag vertrieben und habe sich nun als wackerer Deutscher und fleißiger Arbeiter bewährt, man forderte die Neuwahl des Stadtrates, was man auch durch einen Volksentscheid erzwang (statt 31490 nötiger Unterschriften wurden mehr als 6000 abgegeben, die Regierung in Bayreuth gibt nach Prüfung den 5. Mai als Termin für die Durchführung bekannt

1. Mai 1929 die Klage Schwedes am Arbeitsgericht wird abgewiesen, Begründung: Schwede hat versäumt fristgerecht Einspruch gegen die Kündigung einzulegen, die Frage warum er nach mehrmaliger Aufforderung einen solchen Einspruch nicht vollführte antwortete er das seine Verletzung bei der Skagerrakschlacht wobei er durch eine Gasgranate verletzt wurde manchmal Bewusstseinsstörungen aufkommen ließen (Coburger Volksblatt 2.5.1929)

5. Mai 1929, Volksentscheid, berechtigt 16.660, gültige Stimmen 11.188, für Neuwahl 6915 ca. 67% dagegen 4273, gefordert waren 6/10 der abgegeben Stimmen, also 6712

9. Mai 1929, Maikundgebung am Himmelfahrtstag mit Siegesfeier über Volksentscheid, es sprechen Ritter von Epp und Hermann Göring, Neuwahlen am 23. Juni, am 22. Juni spricht Adolf Hitler im Saal der Hofbräu-Gaststätten

23. Juni 1929 Wahl:

Ergebnis:

berechtigt        16.800 Stimmen
abgegeben       11.997
ungültig            59
gültig                11.938

davon erhielten:

SPD                  3440, 7 Sitze
Bay.Volksp.        376
NSDAP             5140, 13 Sitze
Nat.-lib.Verb.    1057, 2 Sitze
DDP                    420
KPD                    148
DNP                  1357, 3 Sitze



18. Januar 1931, Reichsgründungsfeier, Franz Schwede verliest eine Rede, gegen alle Staatsmänner und Parteien die sich an der Zersplitterung des Reiches schuldig machten und spricht ihnen die Berechtigung ab diesen Tag zu feiern, die Rede wird per Lautsprecher in der Stadt übertragen unter breiter öffentlicher Zustimmung wird zum ersten mal in Deutschland eine Hakenkreuzfahne an einem Rathaus gehisst
 

16. Oktober 1931, Schwede wird ehrenamtlicher 1. Bürgermeister, 2. Bürgermeister wird Faber und Wilhelm Rehlein wir 3. Bürgermeister

26. Februar 1932 Hitler wird Ehrenbürger der Stadt, erste Stadt die ihm diese verleiht

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