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Dornberger, Prof. Dr.-Ing. e.h. Walter
 

als "Dr.-Ing. e. h." und "Raketenforscher" wird Walter Dornberger im "Deutschen Who`s who" von 1967 vorgestellt, in der 18-Zeilen-Information - das sind nur 6 Zeilen weniger als über seinen weit berühmteren Mitarbeiter Wernher von Braun (1912-1977) - erfährt man u. a., daß er damals seinen Wohnsitz in Buffalo, N. Y./USA, 290 Campus Drive, hatte und einmal im Rang eines Generalleutnants "Chef des gesamten deutschen Raketenwaffen-Programms" gewesen war

geboren wurde dieser spätere Deutschamerikaner am 8. September 1895 im hessischen Gießen, von der Schulbank weg trat er am 6. August 1914 als Fahnenjunker beim Fußartillerie-Regiment "Generalfeldzeugmeister" (Brandenburgisches) Nr. 3 in Mainz ein, dort wurde er am 19. 12. 1915 nach über einjähriger Frontbewährung Leutnant, als er gegen Ende des I. Weltkrieges in französische Gefangenschaft geriet, besaß er eine stattliche Reihe von Kriegsauszeichnungen, zu denen außer den beiden Eisernen Kreuzen II. und I. Klasse, dem Verwundetenabzeichen in Schwarz und der Hessischen Tapferkeitsmedaille auch eine landesfürstliche Dekoration mit der besonders großartig klingenden Bezeichnung "Ritterkreuz des Sachsen-Weimarschen Hausordens der Wachsamkeit oder vom Weißen Falken mit Schwertern" gehörte

nach Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft wurde Leutnant Dornberger in die Reichswehr der Weimarer Republik übernommen, wo er am 1. 4.1925 nach mehr als neun Leutnantsjahren zum Oberleutnant befördert wurde, 1927 tat er in der 5. Batterie des 6. (Preußischen) Artillerie-Regiments in Minden/Westfalen Dienst

eine für sein weiteres Leben entscheidende Weiche wurde dadurch gestellt, daß er gegen Ende der 20er Jahre dienstlich zum Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Berlin abkommandiert wurde, das er mit dem akademischen Grad eines Diplomingenieurs abschloss, auf diese Weise kam er 1930 als Hauptmann zum Raketenbau, am 24. 7. 1935 wurde er als Major zum Abteilungschef im Heereswaffenamt berufen, wo er für die Entwicklung von Flüssigkeitsraketen zuständig war, damit unterstand ihm auch die einschlägige "Heeresversuchsanstalt" auf dem Artillerieschießplatz Kummersdorf/Kreis Teltow, dort wurden bis 1937 u. a. die von der Abteilung "WaPrüf II" entwickelten Raketen getestet

in Kummersdorf gab Major Dornberger dem damals schon an der Raketentechnik interessierten 18jährigen Studenten Wernher von Braun Gelegenheit, seine privaten Freizeitexperimente mit Raketen inoffiziell fortzuführen, indem er ihm einen Arbeitsraum und einen Mechaniker zur Verfügung stellte, der raketenbesessene junge Mann wurde dann nach seinem Studienabschluss am 1. 10. 1932 von "Wa Prüf" übernommen und als Raketenforscher fest angestellt, diese Anstellung war sozusagen der erste Schritt zur Entwicklung der V2 als Grundlage der späteren Weltraumfahrt

ab 1936 wurde Major DiplAng. Dornberger, der seit 1935 Ehrendoktor der TH Berlin war, die verantwortliche Leitung der Raketenentwicklung für Heer und Luftwaffe übertragen, in dieser Funktion avancierte er am 1. 6. 1938 zum Oberstleutnant und am 1. 8. 1940 zum Oberst

im Frühjahr 1937 wurde die Abteilung "Wa Prüf W' des Heereswaffenamtes von Kummersdorf wegen Platzmangels nach Peenemünde auf der Ostsee-Insel Usedom verlegt, hieraus entwickelte sich unter Leitung Dr. Dornbergers die Heeresversuchsanstalt Peenemünde als Zentrum der geheimsten deutschen waffentechnischen Forschung während des II. Weltkrieges, bereits im September 1937 startete von hier aus die von Wernher von Braun und seinem Stab entwickelte erste deutsche Fernrakete des Typs A-3, eine Fortentwicklung davon war die A-4 - später als V2 bekannt, mit der nach mehreren Fehlversuchen am 3. 10. 1942 der erste geglückte Start gelang, das Projektil erreichte eine Höhe von 80 Kilometern und flog dabei 192 Kilometer weit

Oberst Dornberger rückte am 1. 6. 1943 als Generalmajor mit 47 Jahren in die Generalität auf und wurde im September 1943 zum "Beauftragten für besondere Versuche" ernannt, in Peenemünde konnte Dornberger damals auch Professor Hermann Oberth (1894 bis 1989), den geistigen Wegbereiter der Raketentechnik und der modernen Raumfahrt, als Mitarbeiter begrüßen, Jahre nach dem Krieg wirkten Dornberger, von Braun und Oberth noch einmal zusammen - diesmal im Dienst der US-Raketenforschung

im Herbst 1944 fanden Dornbergers (inzwischen Generalleutnant) und Wernher von Brauns (damals technischer Leiter der Heerestechnischen Versuchsanstalt Peenemünde) Verdienste um die deutsche Raketentechnik mit der Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes offizielle Anerkennung

das Kriegsende führte Generalleutnant Dornberger zunächst in britische Kriegsgefangenschaft (1945-1947), nach seiner Entlassung wurde er von den Amerikanern als US-Luftwaffenberater engagiert und wirkte zunächst in Dayton/Ohio, insgesamt waren damals unter Dornberger und Wernher von Braun 41 deutsche Raketenforscher in den USA tätig, die mit ihren Familien auch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielten

da sich Dr. Dornberger durch die US-Militärbürokratie zu sehr eingeengt fühlte, wechselte er 1950 in die Privatwirtschaft, wo er 1959 zum Vizepräsidenten und Chef-Wissenschaftler der Bell Aircraft Corporation in Buffalo/New York aufstieg, auch führte er schließlich - wie Wernher von Braun und Hermann Oberth - den Professorentitel, 1952 veröffentlichte er ein Erinnerungsbuch mit dem Titel "V2 - der Schuß ins All"

am 27. Dezember 1980 starb Generalleutnant a. D., Professor Dr. Ang. e. h. Walter Dornberger in seiner neuen Heimat 84jährig an den Folgen eines Schlaganfalls

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Fragen von Lesern:

Hatte Dornberger einen Bruder? Wenn ja wie heißt er und wo wohnt er? Hinweise werden dankend angenommen.