Kontakt - Gästebuch - Forum - Impressum - Newsletter - Recherchen
Anfragen bitte nicht ins Gästebuch. Bitte Forum oder Kontakt nutzen!!!


Maria Theresia

 

Maria Theresia, Kaiserin des Heiligen „Römischen“ Reiches Deutscher Nation, war eine der bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten der Geschichte überhaupt, ihr Einfluss und ihr Wirken auf die politische, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Geschichte der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wirkte bis zum Zusammenbruch dieses Herrschaftssystems.
Diese Herrscherin war die älteste Tochter von Kaiser Karl VI. und wurde am 13. 5. 1717 geboren.
Erst 23 Jahre alt, bestieg sie am 20. Oktober 1740 den Thron, um die Regierung eines Staates zu übernehmen, der sich von Galizien bis zum Po und vom Erzgebirge bis zur südlichen Adria erstreckte. Dieses riesige Staatsgebilde befand sich seit Jahren in stetem Kampf mit den umliegenden Ländern. Frankreich, Bayern, Preußen und Russen führten in diesen Jahren Krieg gegen die kaiserliche und königliche (k. u. k.) Monarchie. Die militärische Lage gestaltete sich allmählich derart ungünstig für Österreich-Ungarn, daß sich der bayerische Kurfürst bereits, zum neuen Kaiser ausrufen ließ.
Die junge Kaiserin wusste in diesem Moment keinen anderen Ausweg, als sich persönlich zu ihrem ärgsten Widersacher, dem Magnaten von Ungarn, zu begeben. Sie hätte indessen keine Frau sein dürfen, denn sie führte die Unterredung mit »weiblichen Waffen«, auf ihrem Arm trug sie den kleinen Kronprinzen Joseph und nahm so die Huldigung der Ungarn entgegen.
Österreichische und ungarische Truppen konnten sodann unter Führung des Generals Khevenhueller die nach Österreich eingefallenen Bayern und Franzosen vertreiben und das Land befreien. Bayern und Franzosen erkannten Maria Theresia als rechtmäßige Kaiserin an. Nur Friedrich II. - den man später den »Großen« nennen sollte - tat es nicht. Erst 1748 im Friedensvertrag von Aachen gestand auch das Königreich Preußen Maria Theresia den Kaisertitel zu.
Die nun folgenden Friedensjahre nutzte die Kaiserin, um sich im Inneren ihres großen Reiches mit den notwendigen Reformen zu beschäftigen. Ihr persönliches Beispiel, ihre Lauterkeit, ihr staatsmännisches Wirken und ihr ausgeprägter Familiensinn wurden zum Vorbild für alle Untertanen der Monarchie. Außenpolitisch gelang es ihr, die Verträge mit Frankreich und Russland zustandezubringen, die nun Preußen - den nach wie vor ärgsten Gegner der Kaiserin - in Bedrängnis brachten. Maria Theresias Verlangen blieb es nach wie vor, die an Preußen verlorenen schlesischen Provinzen für ihr Reich zurückzuerobern.
König Friedrich II. von Preußen wollte aber diesem Ansinnen zuvorkommen und fiel im August 1756 überraschend in Sachsen ein, damit begann der »Siebenjährige Krieg« zwischen dem Königreich Preußen und der mächtigen Monarchie Österreich-Ungarn und deren Verbündeten. Österreichische und preußische Truppen fochten nun mit wechselndem Erfolg in den Schlachten der kommenden Jahre, Lobositz, Prag, Kolin, Leuthen, Zorndorf, Hochkirch, Kunersdorf u.a.m. kündeten von Sieg oder Niederlage jeweils der einen oder der anderen Partei. Die österreichischen Truppen unter den Generalen Daun, Laudon, Lasky, Hadik gewannen zum Beispiel die Schlachten und Gefechte von Hochdorf, Maxen, Kunersdorf und gelangten in einem handstreichartigen Angriff sogar vorübergehend bis nach Berlin. Vielleicht hätte Österreich sein Kriegsziel erreicht, wenn nicht der treueste Verbündete, Russland, nach einem Thronwechsel das Bündnis aufgegeben hätte und auf die Seite Preußens getreten wäre.
Im Frieden von Hubertusburg 1763 gingen die schlesischen Provinzen für immer verloren, die nun alle preußisches Gebiet wurden.
Nun herrschte wieder Frieden und die Kaiserin ging erneut daran, für ihre Völker jene Reformen zu realisieren, die notwendig waren, dabei zeigte Maria Theresia auch in der Auswahl ihrer Ratgeber eine glückliche Hand, sie berief wirklich die besten Könner und klügsten Männer zu ihrer Konsultation, die schließlich die innere Verwaltung sowie das Justiz- und Finanzwesen neu ordneten. Zur Schulung der Staatsbeamten wurden in Wien das Theresianum und zur Fortbildung von Diplomaten die Konsularakademie gegründet.
Die Reorganisation des Heeres war eines der wichtigsten Probleme, die Maria Theresia nun ebenfalls in Angriff nahm. Feldmarschall Graf Daun, Sieger der Schlacht von Kolin, rief im Namen der Kaiserin die Kriegsakademie ins Leben, die den Namen »Theresianische Militärakademie« - oder kurz »Theresianum« - trug. Bis zum heutigen Tag werden die Offiziere der österreichischen Armee in dieser Akademie ausgebildet und erzogen.
Die Kaiserin stiftete auch den »Maria-Theresien-Orden« als höchste Auszeichnung des Staates für Offiziere, die neben außerordentlicher Tapferkeit auch den Mut »kühner Verantwortlichkeit« nachweisen konnten.
Unter dem Regime Maria Theresias wurde im ganzen Staat die deutsche Sprache nicht nur als Amts-, sondern auch als erste Sprache eingeführt. Wenn die Kaiserin in allen Fragen des politischen Lebens sehr reformfreudig war, so zeigte sie sich in Glaubensdingen andererseits sehr konservativ, so verbot sie zum Beispiel die Ansiedlung von Nichtkatholiken in den Erbländern, wies die protestantischen Bewohner der Alpenländer in die südöstlichen Grenzbezirke auf dem Balkan aus und vertrieb die Jesuiten.
Trotz der kaiserlichen Bürde, die Maria Theresia zu tragen hatte, war sie eine rührende Gattin und Mutter, sie liebte ihren Mann, Franz von Lothringen, über alles und konnte seinen Tod nie verwinden. Im Gebet an seiner Grabstätte in der feuchten und kalten Kapuzinergruft holte sie sich später die Krankheit, die zu ihrem Tod führte.
Als die Kaiserin am 29. November 1780 - nach 40jähriger Regierungszeit - starb, knieten an ihrem Sarg zehn der am Leben gebliebenen Kinder, die alle - jedes für sich - dazu beitrugen, ein besonderes Blatt in der Geschichte entstehen zu lassen. Da waren die Söhne Josef, der spätere Kaiser, dann der Großherzog von Toscana, der Herzog von Modena und der Kurfürst von Köln. Von den Töchtern wurde eine Herzogin von Parma, die nächste Königin von Neapel und schließlich Marie Antoinette die unglückliche Königin von Frankreich, die auf dem Schafott endete.
Nach dem Tod Maria Theresias blieb Österreich-Ungarn die mitteleuropäische Großmacht, die in Krieg und Frieden das Schicksal Europas bis 1918 zu gestalten verstand.

Nedstat Basic - Free web site statistics