"Von der Parteien Hass und Gunst verzerrt,
schwankt sein Charakterbild in der Geschichte". - über wenige Heerführer
ist das Urteil der Nachwelt so geteilt wie über
Wallenstein, die "außerordentlichste Gestalt des Dreißigjährigen
Krieges" (Ranke), den genialen Organisator des frühen Heerwesens, den sein
Kaiser schließlich wegen angeblichen - oder tatsächlichen - Hochverrats
ermorden ließ und zwiespältig mutet auch sein Charakter an, er war ein
nüchterner Realist, ein Unternehmer des Krieges; aber er hatte sich ganz der
Astrologie verschrieben, er war ein tapferer Truppenführer, kameradschaftlich
und ehrlich, aber er war auch ein grausamer Tyrann; er war geldgierig und
großzügig zugleich, ein treuer Gefolgsmann seines Kaisers, aber auch dessen
Rivale
Albrecht Wenzel Eusebius
von Wallenstein (richtiger eigentlich "Waldstein" (oder
tschechisch Valdstyn); der Name Wallenstein hat sich durch Schillers Drama
eingebürgert, dem wir unser ganzes historisch nicht immer ganz richtiges
Wallenstein Bild verdanken) stammte aus altem böhmischem Adel, das
Stammschloss der Familie vom Ritter Zdenko im 13.
Jahrhundert erbaut - stand bei Turnau, er selbst kam am
24. September 1583 auf dem Gut Hermanic zur Welt, nach einer stürmisch
verbrachten Studienzeit - er wurde, obwohl Utraquist, von den Jesuiten in
Olmütz erzogen - ging er auf die protestantische Universität Altdorf und
machte dann mehrere ausgedehnte Reisen nach Italien, Spanien, England und
Holland, nach Böhmen zurückgekehrt, trat er in das kaiserliche Heer ein und
focht in Ungarn gegen die Türken, 1604 wurde er
Feldhauptmann, Wallenstein soll zwar kein
überragender Stratege, doch ein guter Taktiker gewesen sein, sehr früh zeigte
sich sein außergewöhnliches Organisationstalent, nachdem er eine um vieles
ältere Witwe, die Gräfin Lukretia von Landeck,
geheiratet hatte, die ihm große Ländereien in Böhmen hinterließ, warb er auf
eigene Kosten einen größeren Landsknechtshaufen an, den er dem Kaiser zum
Feldzug gegen die Republik Venedig zur Verfügung stellte, an der Spitze dieses
Regiments zeichnete er sich beim Einsatz von Gradisca aus, wofür ihn der
Kaiser zum Obristen machte und in den Grafenstand erhob
genau im richtigen Moment, nämlich im März 1618, als nach dem "Prager Fenstersturz"
der unselige Glaubenskrieg ausbrach, der dann dreißig Jahre lang toben und das
Reich spalten sollte, hatte er ein Kürassierregiment parat, mit dessen Hilfe Kaiser Ferdinand die Schlacht am Weißen Berg
(1620) gewann, als nach dem ersten Aufstand die konfiszierten Güter der
böhmischen Rebellen zu Spottpreisen verkauft wurden, griff auch Wallenstein -
zum Teil sogar mit Schwindelgeld, das er selbst geprägt hatte - kräftig zu,
und bald war er der mächtigste Grundherr in Böhmen, 1623
wurde er Fürst von Friedland, in noch nähere Beziehungen zum Hof kam er durch
seine Heirat mit Isabella, der Tochter des
einflussreichen Grafen Harrach, 1624 bot er Ferdinand II. an, eine ganze Armee auf eigene Kosten ins Feld zu stellen - und der
von einer großen europäischen Koalition bedrohte Kaiser ging auf dieses
Angebot ein, hatte der Herrscher das nötig
ja, denn er war militärisch so gut wie
machtlos, zwar führte er nominell noch den Oberbefehl über die sogenannte
Reichsarmee, aber die stand nur noch auf vergilbten Papieren, längst schon
verfochten die einzelnen Reichsfürsten ihre eigenen Interessen mit eigener
Heeresmacht, in den "habsburgischen Erblanden", den Kerngebieten der
kaiserlichen Macht, bestand zwar das "Defensionswesen", ein
Landesaufgebot, wonach die Adeligen einen bestimmten Prozentsatz der
Landbevölkerung für den Kriegsdienst zu stellen hatten, doch wurde dieses "Aufgebot"
kaum jemals bewilligt, so blieb dem Kaiser also nichts anderes übrig, als sich
in Kriegszeiten ein Heer auf eigene Rechnung zu verschaffen und ein Mann wie Wallenstein bot dem Herrscher günstige
Bedingungen: Er verlangte nur die erforderlichen Patente und das Recht,
Werbeplätze zu errichten und Offiziere zu ernennen, der Kaiser bezahlte
anfänglich auch nur die Handgelder, denn alles übrige, Waffen und Ausrüstung,
brachte ja der angeworbene Söldner selbst mit; und sein laufender Sold wurde
aus den eroberten Ländern herausgepresst, der Krieg musste den Krieg ernähren
immerhin musste der Kaiser für die Anwerbung
eines Landsknechts acht Gulden, für einen Reiter sogar 20 Reichstaler (ein
Taler bzw. Golden nach heutiger Kaufkraft = DM 200) aufbringen, während sich
die Gesamtkosten für ein Reiterregiment auf jährlich 450000 Gulden, für eine
Batterie mit zwölf Geschützen samt Bespannung und Munition auf nicht weniger
als 600 000 Gulden beliefen, beachtlich waren auch die Einkünfte der Männer:
Ein Musketier oder Pikenier erhielt monatlich drei Taler; ein Korporal als "Doppelsöldner"
bereits sechs, ein "Feld-Waibel" neun, der Hauptmann 60 und der Obrist
185 Taler dazu natürlich zahlreiche Sonderprämien für Sturmangriffe oder
Belagerungen und den Anteil an der Beute, trotzdem wurde
Wallenstein - als selbständiger Unternehmer - im Laufe der Feldzüge
immer reicher und, da die offiziell "kaiserlichen" Regimenter ja auf
ihn eingeschworen waren, auch immer mächtiger
am 25. April 1626
schlug Wallenstein, zusammen mit dem
kaiserlich-ligistischen Feldherrn Tilly den
protestantischen Condottiere (Condottiere = Söldnerführer (von ital."condotta"
Sold), Bezeichnung für Truppenführer, welche die Tyrannen der italienischen
Stadtstaaten für ihre Kriege angeworben hatten; Männer, die den Krieg zu ihrem
Handwerk gemacht hatten, die bekanntesten waren Attendolo, Colleoni,
Carmagnola und Francesco Sforza, sie führten zuletzt nur noch Scheinkriege zur
eigenen Bereicherung) Mansfeld in der Schlacht an
der Dessauer Brücke und verfolgte ihn bis nach Ungarn, er eroberte auch ganz
Norddeutschland und der Kaiser machte ihn dafür zum Herzog von Mecklenburg und
Güstrow, nachdem er die dort regierenden Fürsten - die protestantisch geworden
waren - kurzerhand absetzte, ein in der Reichsgeschichte einmaliger und
unerhörter Vorgang, aber auch in seinem böhmischen Fürstentum Friedland
regierte Wallenstein unumschränkt und machte es
zur Basis seiner militärischen Macht, in der Hauptstadt Gitschin ließ er
Pulvermühlen laufen, Geschütze gießen, Stiefel fabrizieren und Tuch weben, der
schwache Kaiser zahlte und die eroberten Länder mussten unmenschliche
Kontributionen leisten.
1628 begann Wallenstein mit der Eroberung der Küstenstädte an
der Ostsee, besessen von dem Gedanken, sich zum Herrn des Ostseeraumes zu
machen, er ließ sich auch den bombastischen Titel eines "Generalissimus des
ozeanischen und baltischen Meeres" verleihen, doch die Belagerung von
Stralsund setzte diesem Traum ein jähes Ende, die Stadt wehrte sich tapfer,
zuerst mit dänischer, dann mit schwedischer Unterstützung, und Wallenstein musste nach mehreren erfolglosen
Sturmläufen abziehen, nachdem er fast 12 000 Mann vor den Toren verloren hatte
am 6. März 1929
erließ der Kaiser sein berüchtigtes "Restitutionsedikt", womit alle von
den Protestanten eingezogenen Kirchengüter wieder den Katholiken zurückgegeben
werden mussten und die katholischen Reichsfürsten das Recht erhielten, den
alten Glauben bei ihren Untertanen wieder zwangsweise einzuführen, Wallenstein wehrte sich dagegen, weil er wusste,
daß dies die kaum Unterworfenen nur zu neuem Widerstand reizen würde, aber die
Fürsten, allen voran der Kurfürst Maximilian von Bayern,
verlangten die strenge Durchführung des Edikts, und sie waren auch gegen Wallenstein eingestellt, dessen hochfahrendes
Wesen ihren Stolz verletzte, auch ihre Länder litten entsetzlich unter dem
wüsten Treiben der Wallensteinschen Truppen, denn die inzwischen auf mehr als
100 000 Mann angewachsenen Heere hausten ebenso erbarmungslos in Feindes- wie
in Freundesland, "Überall wohnen schließlich Christenmenschen", klagte
der kaiserliche Rat Eggenberg, "und eines Tages fällt ihnen eine Rotte
Dragoner ins Haus, schießt den Vater aus Spaß über den Haufen, schlachtet die
Küh', damit der Herr Leutnant die Haut als Leder verkaufen kann; ein paar
Panduren schänden Mutter und Töchter und im Wegreiten wirft der Trossbub aus
lauter Bosheit noch Feuer in die Scheune." - so war der Dreißigjährige
Krieg ..
auf dem Reichstag zu Regensburg, 1630, gelang es den Kurfürsten endlich, Kaiser Ferdinand zur Absetzung Wallensteins zu bewegen, der Generalissimus
gehorchte ohne Widerspruch und zog sich in seine fürstliche Residenz Gitschin
zurück
inzwischen aber war ein neuer, gefährlicher
Gegner auf Plan getreten: Gustav II.. Adolf, der
Schwedenkönig, war im Juni 1630 in Pommern
gelandet, hatte nach und nach ganz Norddeutschland erobert und im September des folgenden Jahres den kaiserlichen
Feldherrn Tilly bei Breitenfeld vernichtend
geschlagen, als der evangelische König nun auch Süddeutschland bedrohte und Tilly bei der Verteidigung Bayerns nahe Rain am
Lech fiel, blieb dem Kaiser nichts anderes übrig, als dem Friedländer reumütig
seine Unterhändler zu schicken, mit der Bitte, doch wieder an die Spitze des
Heeres zu treten, aber der ließ sich lange bitten - bis zum April 1632, er übernahm den Oberbefehl erst, als
der Kaiser alle seine fast unerfüllbaren Forderungen akzeptiert hatte:
alleiniger Oberbefehl im Reich, das Recht zu jeder Konfiskation, die Vollmacht
für diplomatische Verhandlungen, die unumschränkte Kommandogewalt über Heer
und Kriegführung
niemand hatte erwartet, daß der Herzog in so
kurzer Zeit wieder ein so gewaltiges Heer auf die Beine stellen könnte und
tatsächlich strömten Tausende zu den Werbetrommeln der "Wallensteiner",
der Friedländer hatte aus seinem eigenen Vermögen 200 000 Taler für Ausrüstung
und Proviant zugeschossen, er gab jedem tüchtigen Kriegsmann ein
Offizierspatent, der - egal ob Katholik oder Protestant bereit war, für Kaiser
und Reich zu kämpfen, wer ein Corps finanzieren konnte, durfte es auch
kommandieren, durfte reiche Beute machen, so waren alle seine Kommandeure
entweder seine Schuldner oder seine Gläubiger, das ganze Heer war auf einen
einzigen Mann ausgerichtet, es stand und fiel mit ihm
Wallenstein war
hochmütig und eitel, eine Herrschernatur, die keinen Widerspruch duldete, er
umgab sich mit einem Hofstaat, glanzvoller als der aller anderen
Reichsfürsten, ja selbst als der des Kaisers, er besaß die edelsten Pferde,
die prächtigsten Karossen Europas, wenn er Soldaten für besondere Leistungen
belohnte, so tat er es nie unter tausend Gulden, er selbst soll im Laufe
seiner Karriere mehr als sieben Millionen Täler aus den verarmten,
geschundenen Ländern herausgepresst haben
mit Leichtigkeit warf
Wallenstein die in Böhmen und Schlesien eingefallenen Sachsen wieder
hinaus und wandte sich dann gegen Gustav Adolf,
bei Lützen kam es am 16. November 1632 zur
Schlacht, Wallenstein verlor sie, obwohl er
selbst persönlich eingegriffen und mit einigen Reiterregimentern am rechten
Flügel noch einige Geschütze zurückerobert hatte, aber obwohl er in der
blutigen Bataille fast sein ganzes Heer und seine gesamte Ausrüstung verlor,
war sie trotzdem noch ein Erfolg für ihn, weil sein genialer Gegner, Gustav Adolf, den Tod gefunden hatte, übrigens:
Die Parole der Kaiserlichen in diesem mörderischen Ringen lautete "Jesus
Maria!" und das protestantische Heer ging mit einem Schlachtruf vor, den
dreihundert Jahre später, in zwei Weltkriegen, Millionen deutscher Landser auf
ihren Koppelschlössern trugen: "Gott mit uns!"
Wallenstein ging
nach Prag zurück und verfocht nun nur noch die Interessen des Reiches - sofern
sie mit seinen eigenen zusammenfielen, im Frühjahr 1633
zog er nach Schlesien und knüpfte von dort aus Friedensverhandlungen mit den
Sachsen und den Schweden an und trat auch mit Frankreich in Verbindung, ob er
damit bewusst Verrat an seinem Kaiser übte, oder ob er als Feldherr den
besseren Überblick über die Gesamtlage hatte und deshalb zu dem Schluss
gekommen war, daß der Konflikt militärisch nicht mehr zu gewinnen war und
daher eine politische Lösung gesucht werden müsse - diese Frage hat die
Kriegsgeschichte bis heute nicht beantwortet. jedenfalls schlug er die
böhmische Königskrone aus, die ihm die Fürsten anboten und er kann auch kaum
die Absicht gehabt haben, den Habsburgerkaiser zu entmachten und eine
Militärdiktatur im Reich zu errichten - war er zu diesem Zeitpunkt doch schon
ein schwerkranker Mann, der nur zu gut wusste, daß er nur noch kurze Zeit zu
leben habe (Wallenstein litt ständig unter starkem Sodbrennen, was auf eine
Magen-Darm-Erkrankung schließen läßt, unter Gicht sowie Angina pectoris, einem
zur damaligen Zeit unheilbaren Leiden) andererseits hatte ihm sein Hofastronom Giovanni Battista Senno, eine üble Sumpfblüte aus
Padua, immer wieder den Aufstieg in höchste politische Höhen prophezeit...
plötzlich brach der Feldherr aber alle
Verhandlungen ab und marschierte los, nach seinem Sieg bei Steinau drängte er
die Schweden aus Schlesien zurück, eroberte die Lausitz, Brandenburg, Görlitz,
Bautzen und Frankfurt an der Oder, doch in Wien nahm man ihm auch dies
Verhalten wieder übel, besonders auch seine Weigerung, Truppen an den
bayerischen Kurfürsten abzugeben, über seine Befehlskompetenz hinweg befahl
der Kaiser dem General Altringen, sich dem Kurfürsten Maximilian zu unterstellen, Ferdinand schloss auch ein Bündnis mit Spanien ab
und stimmte - auf Betreiben seiner jesuitischen Ratgeber - zu, daß ein großes
spanisches Heer unter dem Herzog von Feria im
Reich erscheinen solle
als schließlich auch Regensburg trotz Wallensteins eindringlicher Warnungen aufgegeben
wurde und aus Wien der Befehl kam, die kaiserlichen Truppen sollten aus ganz
Böhmen abziehen, verweigerte der Friedländer dem Kaiser zum erstenmal den
Gehorsam, in Pilsen gab er seinen 47 Generälen und Obristen bei einem Bankett
seinen Rücktritt bekannt doch die Kommandeure bestürmten ihn, dies nicht zu
tun, und verpflichteten sich in einem Revers, unter seinem Kommando zu
bleiben, selbst wenn der Feldherr vom Kaiser abgesetzt werden würde, in Wien
aber drängte die Jesuitenpartei, an der Spitze der Pater
Lamormaini, den Kaiser so lange zur Absetzung des Oberkommandierenden,
bis der fromme Ferdinand endlich, am 24. Januar 1534, nachgab und die
Absetzungsurkunde unterschrieb, sie wurde zunächst noch geheim gehalten und
nur den drei kaisertreuen Generälen in Wallensteins Heer, Piccolomini, Gallas
und Colloredo, bekanntgegeben
danach verweigerte jedoch schon die Besatzung
von Prag Wallensteins Befehle und der General Altringen blieb mit seinen Regimentern unter
einem Vorwand in der Festung Frauenberg liegen,
Wallenstein marschierte darauf am 24. Februar,
einem grauen, lichtlosen Wintertag, eskortiert von zwölf Reiterkompanien, nach
Eger, wo ein Regiment des Obersten Gordon lag,
dem er vertraute, dort wollte er sich mit dem schwedischen Heer unter Bernhard von Weimar vereinigen, unterwegs schloss
sich dem Zug noch das Dragonerregiment jenes Obristen
Butler an, der insgeheim bereits den Befehl hatte, Wallenstein abzusetzen, aber wie sollte das
geschehen, wie konnte man den Feldherrn inmitten seiner ihm treu ergebenen
Soldaten absetzen, so kamen die Verschwörer auf die sicherste Lösung:
Meuchelmord
es war in der Nacht zum
25. Februar 1634, als Butlers Dragoner mit dem Ruf "Vivat
Ferdinandus!" in den Festsaal eindrangen, wo die Generäle Christian von Ilow, Adam
Trbka, Wilhelm Kinsky und der Rittmeister Niemann tafelten´, sie wurden sofort
mit der blanken Waffe niedergemacht; nur Ilow
wehrte sich noch wie ein Löwe und stach zwei Mann nieder, bevor er fiel, der
Rittmeister sprang durch ein Fenster und wurde im Hof von den Wachen
erstochen, dann drangen dreißig Dragoner zum Pachelbelschen Haus vor, wo Wallenstein Quartier genommen hatte, sie stürmten
die Treppe hinauf und als ihnen der alte Feldherr, vom Lärm geweckt, im
Nachthemd entgegentrat, brüllte der Hauptmann Deveroux:
"Du alter meineidiger Schuft!" und stieß ihm die Partisane in die Brust
so starb Albrecht Wenzel
Eusebius von Waldstein, Herzog von Mecklenburg, Friedland und Sagan, des Kaisers mächtigster
Feldherr, seine Leiche wurde auf die Burg gebracht, dann in Gitschin und 1785 in Münchengräz beigesetzt, der Kaiser
distanzierte sich von dem Mord und ließ seinem toten Generalissimus in den
Wiener Kirchen dreitausend Seelenmessen lesen; was ihn allerdings nicht
hinderte, die Mörder reich zu belohnen, in den Adelsstand zu erheben und die
Güter des Friedländers unter seine Günstlinge zu verteilen
trotzdem steht das marmorne Standbild dieses
großen Kriegsmannes noch heute unter den hundert größten Heerführern der
Monarchie in der Säulenhalle des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und in
der alten Armee beriefen sich die ältesten, vornehmsten Regimenter auf die
Tradition der alten "Wallensteiner"