Die Schlacht von Langemarck 1914

 

nach Verlust der Marneschlacht im September 1914 musste sich das deutsche Feldheer umgliedern, wenn es nicht im ersten Anlauf durch die französisch-britische Gegenoffensive vernichtet werden sollte, noch stand die 1. deutsche Armee am äußersten Frontflügel nordostwärts von Paris, da machten sich bereits die alliierten Angriffe aus den von deutschen Truppen freigelassenen Räumen Nordost-Frankreichs bemerkbar

die bisher links von der 1. Armee fechtende 2. Armee wurde umdirigiert und rechts von der 1. Armee eingeschoben, ihren Platz nahm die aus dem Elsaß herantransportierte 7. Armee ein, von Lothringen wurde die 6. Armee eilig geführt, um sich rechts neben die 2. Armee in den Raum Lille einzuschieben, noch aber klaffte zwischen Lille und der Festung Antwerpen eine lange Frontlücke, die Oberste Heeresleitung (OHL) setzte alle verfügbaren Reservedivisionen in diese Lücke und unterstellte sie dem von der Verdun-Front herangeholten Armeeoberkommando 4 (Generaloberst Herzog Albrecht von Württemberg)

diese Armee sollte nun mit den Reserveverbänden - teilweise aus ungedienten Freiwilligen bestehend - so schnell wie möglich die Küste zwischen Dünkirchen und Calais besetzen, um eine Bedrohung für den rechten deutschen Heeresflügel auszuschalten, doch auch die Gegenseite erkannte die Situation und führte beschleunigt Truppen nach Nordfrankreich und Belgien, der »Wettlauf zum Meer« begann

die deutsche 6. Armee konnte in kürzester Frist ihre Front nördlich und nordöstlich von Lille stabilisieren, während das über Antwerpen und Brügge herangeführte III. Reservekorps Stellungen um Ostende bezog, es klaffte noch eine breite Lücke vorwärts Ypern, diese war das Ziel der 4. deutschen Armee, die (von links nach rechts) mit XXVII., XXVI., XXIII. und XXII. Reservekorps aus Mittelbelgien heranmarschierte

die noch nicht im Fronteinsatz gestandenen Regimenter der Freiwilligen kämpften sich ohne jede artilleristische Unterstützung nach Westen, sie trafen dabei auf die britische Armee und deren Gardetruppen, die zu den besten Soldaten des britischen Empire gehörten, die Verluste der neu herangezogenen deutschen Einheiten waren schon enorm, bevor am 20. Oktober 1914 die erste Schlacht um Ypern ihren Anfang nahm

die Stadt Ypern, am Kreuzungspunkt von Straße, Bahn und Schiffahrtsweg, sollte in einem Zangenangriff von Süden und Norden umfasst und zu Fall gebracht werden, das XXVI. Reservekorps (General d. Inf. Freiherr von Hügel) erhielt dabei den Auftrag, mit der 51. Reservedivision (Generalleutnant von Dankenschweil) und 52. Reservedivision (Generalleutnant Waldorf) über Paschendaele, Poelkappelle und Langemarck die Stadt Ypern von Norden her zu umfassen

der Angriff begann am 20. Oktober, beide Divisionen bildeten jeweils einen rechten und linken Angriffsschwerpunkt, um die britische Front an möglichst vielen Stellen zu durchbrechen, dabei gelang es der 51. Reservedivision, schon am ersten Tage beiderseits Westroosebeeke Gelände nach Westen zu gewinnen und noch am Abend nördlich Poelkappelle die Bahnlinie Ypern - Thourout zu erreichen, am nächsten Tag griff die Division beiderseits der Bahnlinie nach Südwesten auf Ypern an

der Angriff schien sich gut anzulassen, als plötzlich aus dem Dörfchen Langemarck schwerstes britisches Abwehrfeuer in die Reihen der Angreifer schlug, die Verluste der beiden Reserveregimenter 235 und 236 (Oberst von Gilsa und Oberst Wilhelmi) waren furchtbar, ganze Kompanien wurden buchstäblich niedergemäht, die Kommandeure fielen, Feldwebel führten Kompanien, wenn auch einige Kampfgruppen bis nach Langemarck vorankamen, halten konnten sie sich dort nicht, die Armee setzte zur Unterstützung nun die rechts benachbarte 46. Reservedivision (Generalleutnant Hahn) an, die über Nachtegaal und Bixschote die bei Langemarck festliegenden Verbände vorreißen sollte, der Angriff dieser Division erreichte zwar Bixschote, hatte aber keinen Einfluß auf das Geschehen um Langemarck

als am 23. Oktober die britische Garde zum Gegenangriff antrat, musste das gesamte Gelände wieder aufgegeben werden, die Schlacht bei Langemarck trat sozusagen auf der Stelle um Ypern wurde weiter gekämpft, noch einmal versuchten im November deutsche Truppen anzugreifen, am 11. November meldete der Bericht der Obersten Heeresleitung, daß die Regimenter mit dem »Deutschlandlied« auf den Lippen in den Tod gestürmt seien, doch Langemarck blieb in britischen Händen, erst im Februar 1916 war es in deutschem Besitz, Ypern konnte trotzdem nie erreicht werden

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