
Schlacht von Preussisch-Eylau (08.Februar
1806)
es gibt in der Kriegsgeschichte ungeklärte
taktische Situationen, in denen feindliche Truppenverbände sich suchen und
nicht finden, nebeneinanderher oder aneinander vorbeimarschieren, ohne ihre
gegenseitigen Stellungen und Absichten zu erkennen, solcher Art begann auch
die Schlacht von Preußisch-Eylau, nachdem sich die napoleonischen und die
russisch-preuß. Streitkräfte bereits wochenlang im Gebiet von Narew und
Weichsel, Polen und Ostpreußen abgetastet hatten und einige wenige Male in
unmittelbare Feindberührung gekommen waren - so am 26.
12. 1806 bei Pultusk, einem Gefecht, das für den Russen Bennigsen erfolgreich verlief, den Erfolg aber
konnte er nicht ausnutzen, da er sich zu schwach fühlte, ebensowenig gelang
dem Kaiser der Offensivplan einer Einkreisung des Gegners: sein an Bernadotte gerichteter Armeebefehl vom 31. 12. fiel in die Hände der Kosaken, daraufhin
wich Bennigsen auf Preuß.-Eylau aus um Vorsprung
zu gewinnen und zu verhindern, "den Feind vor einem allgemeinem Kampf zu
viel Terrain gewinnen zu lassen." Napoleon
folgte
insgesamt war die Unsicherheit auf beiden
Seiten groß, die Verzettelung der Heeresteile erschwerte den Überblick, der
schlechte Zustand der Marschwege tat ein Übriges -
Bennigsen strebte eine Versammlung seiner Armee in Jonkendorf,
nordwestl. Allenstein an, dorthin wurde das preußische Korps L'Estocq
beordert, aber die Vereinigung mit den Russen verlief nicht nach Wunsch, weil
das Korps in zu viele Sicherheitsabteilungen aufgelöst war, während das Gros,
das die
Schlacht schlagen sollte, am schwächsten bedacht blieb, es marschierten jetzt
zwei feindl. Truppenkontingente, ohne es zu wissen, nebeneinanderher, nur
durch das Flüsschen Passarge getrennt, weil man aber - einer veralteten
Dienstvorschrift folgend - Vorposten auf das andere Ufer entsandte, wurde das
preuß. Korps vorzeitig entdeckt, sogleich setzte
Napoleon am 5. 2. 1807 Ney in Marsch, die Vorhut und ihre Unterstützung
wurden von einer Division Neys aufgerieben, Gros,
Reserve und Nachhut konnten sich dem Angriff entziehen,
Ney blieb ihnen auf der Spur, über Frauendorf und Landsberg gelangten
beide Armeen schließlich bis zum Abend des 7. 2.
in die Gegend von Pr.-Eylau, die Stadt wurde am späten Abend von den
Franzosen, genommen, am Morgen des 8. 2. erkannte Napoleon zu seiner Überraschung, daß der Gegner
zur Schlacht aufgestellt war, Bennigsen hatte
seinen Plan, sich nach Königsberg durchzuschlagen, aufgegeben, um nicht in
eine "Mausefalle" zu geraten. Es war das napoleonische Prinzip, den
entscheidenden Stoß mit numerischer Überlegenheit zu fuhren, hier fehlte sie, Ney war von seiner Jagd auf das preuß. Korps
L'Estocq noch nicht zurück, die Kräfte standen etwa gleich, auch konnte man
nicht, wie bei Jena, aus der Verteidigung vorstoßen, man musste selbst und
frontal angreifen, der ursprüngliche Plan der Schlacht hatte sich verschoben,
die Schlacht selbst, eine der blutigsten des Krieges, blieb remis, die Russen
verloren 26 000 Mann, die Preußen 800 Mann, die Franzosen 29 634 Mann, die
Truppen beider Fronten konnten nur ihre Ausgangsstellungen behaupten, Napoleon aber hatte den Ruhm seiner
Unbesiegbarkeit verloren, noch in der Nacht zum 9. 2. strebte er auf diplomatischem Wcge einen Sonderfrieden mit Preußen an,
zur gleichen Stunde als Bennigsen den Abmarsch
auf Königsberg befahl, sowohl er wie Napoleon
nahmen den "Sieg" von Preussisch-Eylau für sich in Anspruch