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Bayern in der Weimarer Republik

Empörung über Abbruch des passiven Widerstandes in der dt. Rechten lieferte der rechtskonservativen Regierung in Bayern den Vorwand zum Schlag gegen die Republik, nach Artikel 48(4) WV, der auch einer Landesregierung Notstandsmaßnahmen erlaubte, wurde der Ausnahmezustand über Bayern verhängt, Regierungspräsident von Oberbayern und früheren Ministerpräsidenten Gustav Ritter von Kahr zum „besonderen Generalstaatskommissar“ ernannt,  wurde ihm die vollziehende Gewalt übertragen (er verfüge über besonders gute Beziehungen zu deutschvölkischen Verbänden und sei daher in der Lage „Störungen des öffentlichen Ordnung“ zu unterbinden) die KPD wurde verboten, als Antwort darauf verhängte Ebert, am 26.09.1923 (gemäß Artikel 48 der Weimarer Verfassung) Ausnahmezustand über ganz Deutschland, vollziehende Gewalt auf Geßler (Reichswehrminister), real lag sie bei Chef der Heeresleitung General von Seeckt, 7. Reichswehrdivision hatte Auftrag den Druck der NSDAP-Zeitung „Der Völkische Beobachter“ zu verbieten

Kahr (quasi Diktator), General Otto von Lossow (bay. Wehrkreiskommandeur) und Oberst Hans von Seißer (Chef der bay. Landespolizei) bilden ein „Triumvirat“ (Drei-Männer-Bündnis), sie ließen das Republikschutzgesetz außer Kraft setzen, sozialdemokratische Selbstschutzorganisationen und linke Zeitungen verbieten und ließen ca. 100 jüdische Familien (vor Jahrzehnten aus Osteuropa eingewandert [„Ostjuden“] aus Bayern ausweisen, es sprach sich herum, dass Kahr, Lossow und  Seißer auf eine nationale Diktatur hinarbeiten, Vorbild war der erfolgreiche „Marsch auf Rom“ der italienischen Faschisten vom 28.10.1922 der in der dt. Rechten als wegweisend galt

20.10.1923 Lossow wird vom Reichswehrminister seines Postens enthoben, er wurde darauf von Kahr zum „Bayerischen Landeskommandanten“ ernannt und unterstellte ihm die 7. Reichswehrdivision 

            „bis zur Wiederherstellung des Einvernehmens zwischen Bayern und dem Reich“,

die fällige Reichsexekution gegen Bayern wusste von Seeckt jedoch zu verhindern, er vertrat wie schon beim Kapp-Lüttwitz-Putsch die Devise: Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr, inoffiziell sympathisierte er mit dem Triumvirat: 

 „Die Weimarer Verfassung ist für mich an sich kein noli me tangere (lat.: Rühr mich nicht an) ; ich habe sie nicht mitgemacht, und sie widerspricht in den grundlegenden Prinzipien meinem politischen Denken. Ich verstehe daher vollkommen, dass Sie ihr den Kampf  angesagt haben

schrieb er in einem an Kahr adressierten Brief am 02.11.1923 (er schickte Brief nie ab, aber Triumvirat kannte seine Einstellung (Seeckt hielt sich im weiteren im Hintergrund), auch Kreise der Industrie wie zum Beispiel Hugo Stinnes und Fritz Thyssen sind auf Putsch vorbereitet und unterstützen ihn inhaltlich und finanziell sie wollen den 

    „Sozialismus als Daseinsform in Deutschland für immer beseitigt  ("ebenso auch alle")  unnützen
Gesetze und Verordnungen, die die Produktion behindern
“,

Stresemann verweigert Seeckt gegenüber seinen Rücktritt, Kahr hätte gern einen Putsch von „links“ und dessen Zerschlagung für seinen Machtantritt ausgenutzt

Buchhinweise:

               

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