Operation "Deadlight"

über 130 deutsche U-Boote waren nach Beendigung des Krieges auf den britischen Sammelplätzen Loch Ryan (Westschottland) und Lisahally (Loch Foyle/Nordirland) zusammengezogen worden, auf einer Konferenz am 5. November 1945 in Rosyth, unter Vorsitz von Commodore I.W. Farquhar der Royal Navy' (Chief of Staff of the C-inC; Stabschef der Oberbefehlshaber) wurde festgelegt, die Mehrzahl der Boote in der "Operation Deadlight" auf einer Position XX (Kodename etwa 100 Seemeilen nordwestlich von Irland zu versenken, außer einigen anderen Bootstypen wurden acht von den zwölf in Lisahally befindlichen Typ-XXI-Booten als Kriegsbeute für die Siegermächte ausgewählt, am 14. November 1945 1 britische Marine erging eine genaue Anweisung über die Durchführung der Versenkungsaktion an die britischen Teilstreitkräfte

ab 25. November "D-Day for Operation Deadlight", traten die deutschen U-Boote in jeweils kleinen Gruppen ihre letzte Fahrt an, um englischen Überwasserschiffen und U-Booten als Zielscheibe zu dienen oder mittels Sprengsätzen auf Tiefe geschickt zu werden, jeweils 18 Boote wurden von Marineflugzeugen (Fleet Air Arm) und Flugzeugen der RAF Coastal Command (Küstenkommando der britischen Luftwaffe ) durch Fliebos (Fliegerbomben) versenkt, zuerst wurden 86 Boote von Loch Ryan zur Versenkungsstelle gebracht, dann verlegten die Eskorteinheiten und Schlepper zum Loch Foyle, um von dort aus 24 Boote abzuholen, am 29. 11. 1945 fuhren täglich etwa 4 bis 6 Boote mit Hilfe deutschen Maschinenpersonals unter eigener Kraft flussabwärts zu dem an der Mündung des Loch Foyle liegenden Ort Moville, lediglich die unmobilen Typ-XXI-Boote mussten geschleppt werden, am 1. 1. 1946 wurden U 2505 und U 2506 zusammen mit drei VII-C-Booten nach Moville gebracht, am 2. Januar folgten das von zwei Schleppern gezogene U 2511 sowie zwei VII-C- und ein XXIII-Boot, am 3. Januar U 3514, der ablaufende Gezeitenstrom erschwerte das Schleppen der Boote und die Schleppzüge gerieten wiederholt auf Grund, überhaupt lief die Versenkungsaktion nicht so, wie man es sich britischerseits vorgestellt hatte, obwohl man bereits vorher den Verlust einiger Boote auf dem Weg zum Versenkungsgebiet "XX" (etwa 55°N/10°W) einkalkuliert hatte, verloren die britischen Marineeinheiten unterwegs 56 der geschleppten Boote oder mussten sie vorher durch Beschuss auf Tiefe bringen, d. h. mehr als die Hälfte der zu versenkenden Boote

am 2. Januar wurde U 2502 um 10.30 Uhr auf Position 56°06'N/09°00'W zur Versenkung gebracht, U 2506 wurde am 5. 1. 1946 gegen 18.10 Uhr auf 55°37'N/07°30'W versenkt, am 7. Januar verließ die letzte U-Boot-Gruppe, bestehend aus zwei VII-C-Booten und U 2511, unter Begleitung von HMS "Templar" Moville, auch diese drei Boote gingen an einem anderen als dem Bestimmungsort "XX" unter, um 19.40 Uhr dieses Tages versank U 2511 auf 55°33,08' N/07°38,07'W

U 3515, das die britische Bezeichnung N 30 erhalten hatte, war außer einigen Booten älteren Typs der Sowjetunion zugeteilt worden und befand sich derweil auf dem Marsch nach Osten, für den Fall, daß eines der Boote bei der Überführung verlorenginge, hatten die Briten neben U 3514 auch das VII-C-Boot U 975 als Reserve für die Sowjets über die Operation "Deadlight" hinaus bereitgehalten, am 7. Februar 1946 kam dann der Befehl, auch U 3514 und U 975 auf Position "XX" zu versenken

zwei Tage später scheiterte der erste Versuch, die Boote hinauszubringen, das Schleppschiff "Prosperous" und U 3514 gerieten im Loch Foyle auf Grund, am 9. Februar liefen HMS "Loch Skin" mit U 975 und "Prosperous" mit U 3514 im Schlepp von Moville zur letzten Versenkungsmission aus, begleitet vom Eskortschiff HMS "Loch Arkaig"

die Wetterbedingungen waren schlecht, und am Morgen des 10. Februar wurde Lieutenant Commander (Kapitänleutnant) P. U. Sherwood, der die "Loch Arkaig" befehligte, klar, daß die Gruppe die Position "XX" nicht vor Sonnenuntergang erreichen würde, nachmittags gegen 15 Uhr ließ er die Schleppleine von "Loch Skin" kappen und versenkte U 975 somit bei Tageslicht mit den Bordwaffen der "Loch Arkaig", dann schloss er zur "Prosperous" auf, die U 3514 mit nur drei bis vier Knoten durch die stürmische Nacht zog, am Morgen des 11. Februar wurde um 9 Uhr die Position "XX" erreicht, die "Prosperous" löste die Schleppverbindung zu U 3514 und wurde nach Moville entlassen

um 9.36 Uhr eröffnete die "Loch Arkaig" aus 2000 Yards (1 Yard = 0,91 m) Entfernung mit ihren Vierzoll-Geschützen (1 Zoll = 0,025 m) das Feuer auf U 3514 und erzielte einen Treffer an der Vorderkante des Turms, nachdem der Eskorter fünf Salven abgegeben hatte, wurde das Geschützfeuer eingestellt, um anschließend Kurzdistanzwaffen (close range weapons) zum Einsatz zu bringen, ab 9.58 Uhr setzte die "Loch Arkaig", sie lag 800 Yards von U 3514 entfernt, ihre "Shark"-Bombenwerfer ein, das weidwunde U 3514 schwoite stark in der Meeresdünung und wurde mit ASDIC eingepeilt, von sechs abgeschossenen Projektilen trafen zwei und explodierten mittschiffs unterhalb des U-Boot-Turms, ein dritter Treffer prallte vom Turm ab, ohne zu detonieren

Sherwood beschloss, nun das Typ-XXI-U-Boot mit "Squid"-Missiles zu attackieren, doch dazu war die Distanz zum Zielobjekt gegenwärtig zu kurz, ehe sein Schiff aber eine geeignete Angriffsentfernung erreicht hatte, tauchte der Bug von U 3514 unter, wenig später richtete sich das Achterschiff senkrecht in den Himmel, U 3514 sank nun sehr rasch, es war 10.04 Uhr, eine kurze Zeit noch konnten die britischen Marinesoldaten an ihren Hydrophon- und ASDIC-Geräten das Sinken verfolgen, ehe das Wrack den Meeresboden in 600 Fuß (rund 92 m) erreichte, nur ein Ölfleck blieb noch eine Weile auf der Meeresoberfläche, er stand auf Position 56°00'N/10°05'W, ehe Wind und Wellen ihn auflösten

 

U-Boote, die von Lisahally aus zur Versenkung gebracht wurden:

Typ VII C: U 244, U 278, U 294, U 363; U 668, U 764, U 825, U 901, U 930, U 1010, U 1022, U 1109, U 1165.
Typ IX C: U 516, U 541, U 802. Typ XXIII: U 2336, U 2341
Typ IX D 2: U 861, U 874, U 875, U 883. Typ XXI: U 2506, U 2511


U-Boote, die von Loch Ryan zur Versenkung geschleppt wurden:

Typ VII C: U 245, U 249, U 255, U 281, U 291, U 293, U 295, U 298, U 299, U 312, U 313, U 318, U 328, U 368, U 369, U 427, U 481, U 483, U 485, U 637, U 680, U 716, U 720, U 739, U 760, U 773, U 775, U 776, U 778, U 779, U 826, U 907, U 928, U 956, U 968, U 978, U 991, U 992, U 994, U 997, U 1002, U 1004, U 1005, U 1009, U1019, U 1052, U 1102, U 1103, U 1104, U 1110, U 1163, U 1194, U 1198, U 1203, U 1271, U 1272, U 1301, U 1307.
Typ VII D: U 218. Typ VII F: U 1061
Typ IX C: U 155, U 170, U 532, U 539, U 856, U 868, U 1230, U 1233
Typ XXIII: U 2321, U 2322, U 2324, U 2325, U 2328, U 2329, U 2334, U 2335, U 2337, U 2345, U 2350, U 2354, U 2361, U 2363.
Typ II: U 143, U 145, U 149, U 150

Nedstat Basic - Free web site statistics