Die Kriegsorganisationen der Abwehr
in den meisten neutralen
Staaten Europas baute das OKW-Amt Abwehr/Ausland ab 1936
sogenannte Kriegsorganisationen (KO) auf, untergebracht
wurden diese Abwehrstellen in den jeweiligen diplomatischen Vertretungen und
wurden als Mitglieder der Botschaften getarnt, die dort eingesetzten
Abwehroffiziere mussten Aufgaben für eine jeweilige Abteilung ( I, II oder
III) erfüllen, für die Abteilung III wurden erst mit Kriegsbeginn
entsprechende Offiziere entsandt
für die Rekrutierung von
Agenten aus der Bevölkerung des jeweiligen Landes waren Abwehrtrupps vor
Ort zuständig, weiterhin wurden auch Orts- bzw. Feldkommandanten zur Arbeit
in der Abwehr eingesetzt, wenn dies erfolgversprechend war, so konnte man
eine weites Netz über die deutschen Interessenssphären legen, was mit
Kriegsbeginn äußerst nützlich war, mit der Zeit spielte sich das gesamte
System hervorragend ein, weiterhin entwickelte sich eine immer bessere
Zusammenarbeit zwischen der Abwehr, dem Amt VI des
Reichssicherheitshauptamtes ( da das Amt Abwehr keinerlei exekutive
Gewalt hatte), sowie mit den Auslandsorganisationen der NSDAP unter
Gauleiter Bohle, außerdem bestand eine
Zusammenarbeit mit der Volksdeutschen Mittelstelle
durch eine Zusammenarbeit mit
den drei Attachè-Abteilungen der Wehrmachtsteile, insbesondere mit der
Abteilung des Heeres, versuchte man ausländische Waffen-Attachès und deren
Gehilfen für eine Spionagetätigkeit anzuwerben
für die Fernaufklärung des
Amtes Ausland/Abwehr war die Fernaufklärungsstaffel des Oberbefehlshabers
der Luftwaffe (Ob.d.L.) unter Major Theodor Rowehl
zuständig, da man Aufklärung bereits im Frieden flog (Tschechoslowakei,
Frankreich, Polen, England und Russland) hätte dies einen klaren Neutralitätsbruch
dargestellt, die Flugzeuge flogen jedoch in 13.000 m Höhe und konnten so
nie gesehen bzw. gehört werden, jedoch konnte man die Flugzeuge nur bei
gutem Wetter einsetzen, so konnten viele Gebäude, Kasernen usw.
fotografiert werden, mit Kriegsbeginn wurde die Staffel Rowehl
nach Vereinbarung an die Luftwaffe zurückgegeben, aus dieser Staffel
entwickelte sich die Staffel Gartenfeld mit ihr wurden
deutsche Agenten in Russland abgesetzt, der Tarnname war Aufklärungsgruppe
des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Kommandeur war wieder Major Rowehl,
das Erkunden anderer Staaten aus der Luft war zu dieser zeit einmalig, die
Auswertung wurde durch die Gruppe Luft der Abteilung I durchgeführt
(näheres- Mail )
für das Absetzen von
Fallschirmagenten stand die Aufklärungsgruppe des Ob.d.L unter Hauptmann Karl-Eduard
Gartenfeld zur Verfügung
die Verbindung der Agenten
mit dem Reich erfolgte über Briefpost, die Adresse war eine echte oder auch
unechte Postanschrift, entsprechende Weisungen gingen an die betreffenden
Reichspost-Dienststellen, dort wurden die Briefe aussortiert und sofort den
Abwehr-Stellen zugestellt, weiterhin wurde auch chemische Tinte verwendet,
im Laufe des Krieges baute man geheime Funkstellen weiter aus, bis ein
ganzes Netz um die Welt gespannt war, die Hauptfunkstelle bei Berlin,
führte den Funkverkehr mit allen Kriegsorganisationen und deren nachgeordneten
Dienststellen, demnach mussten die anderen großen Abwehrstellen über
ähnlich große Funkstationen verfügen, die Abwehrstelle Hamburg
beispielsweise baute in einem Vorort eine Agenten-Funkstation auf, die über
eine große Sende- und Empfangsanlage verfügte, in der Empfangshalle für
Funksprüche aus Europa waren 20 Empfänger aktiv, im Übersee-Saal waren es
23 Empfänger, die rund um die Uhr besetzt waren, alle deutschen
Agentensender waren mit dieser Anlage verbunden, jede Frequenz wurde von 4
Funkern und einer Schicht (alle 6 Stunden Wechsel) überwacht, die
Funkanlage in Wien für Südosteuropa war ebenbürtig, die Sendezeiten aller
Frequenzen waren genau festgelegt und wurden planmäßig geändert,
weiterhin nutzte man auch die Mikrofotografie
im August
1939 erließ das OKW-Amt Ausland/Abwehr einen Befehl zur
Sicherstellung wichtiger Aktenbestände des Gegners, der Zweck lag darin,
schnellstens über militärische und politische Maßnahmen der feindlichen Führungsstellen
im Klaren zu sein, weiterhin wollte man so schnell für Deutschland gefährliche
Personen herausfinden, ebenso wie die Enttarnung von Agenten in Deutschland,
für die Beschlagnahmung dieser Bestände war vor allem die Abteilung II der
Abwehr zuständig, sie sollte geschulte Trupps kurz nach bzw. noch vor
Beginn des jeweiligen Feldzuges in die jeweiligen Länder entsenden damit
diese entsprechende Akten sichern konnten, dazu wurden diesen Truppen
entsprechende Waffen, Uniformen und Gerät der Feindstaaten zur Verfügung
gestellt, der erste Auftrag dieser Art, erfolgte in Polen, es sollten die
Aktenbestände der 2. Abteilung (Spionage- Aufklärungs- - und
Geheimdienstaktionen) des polnischen Generalstabs gesichert werden, die
Abwehrstelle Breslau stellte dazu einen Kommandotrupp unter Major Heinz
Schmalschläger zusammen, der Trupp wurde dann durch die Abwehrstelle
Wien in Marsch gesetzt
weitere Informationen erhielt
die Abwehr durch das deutsche Geopolitische Institut, welches
alles Material sammelte, auflistete und untersuchte, das Institut verfügte
über mehr als 1000 Mitarbeiter, die in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsrüstungssamt
ein Fülle an Nachschlagewerke veröffentlichte, zur Ausspähung der UdSSR
wurde ein spezieller Russlandstab gegründet