16. Oktober
1944
Gegen 7.00 Uhr setzte
Trommelfeuer auf gesamten Abschnitt ein. Ein Feuerschwerpunkt war
zunächst nicht zu erkennen. Der Feind brach gegen 7.30 Uhr auf der Naht
zum Grenadier-Regiment 46
ein. Der Einbruch wurde zunächst abgeriegelt. Nach Orientierung Ia lag
der Schwerpunkt der Feindangriffe beim
Grenadier-Regiment 46.
Unterstützt wurden die Angriffe durch 10 Schlachtflugzeuge.
Um 8.30 Uhr war dem Feind ein Einbruch auf der Naht zur
61. Infanterie-Division gelungen, sodass er durch den Wald bis
zum Bataillonsgefechtsstand in Mikeli durchsickern konnte und diesen
etwa in Kp.-Stärke angriff. Durch einen Gegenstoß mit einem
Sturmgeschütz entlang der Straße konnte der Feind in den Wald
zurückgeworfen werden.
In der HKL standen 2. und 3. Kp. mit der Masse. Durch
Hptm. Sparbier wurde in Höhe des Bataillonsgefechtsstand
ein Riegel aufgebaut, der allerdings nur recht schwach war, im
Wesentlichen nur Teile des Btl.-Stabes umfasste. Die Sturmgeschütze
wurden zur Verstärkung des Riegels auf Befehl des Div.-Kdr.
zurückgezogen.
Um 9.50 Uhr war die Lage nach Meldung
Hptm. Sparbier folgende:
Im rechten
Abschnitt hielten Teile der Kp. Busse und Cremel die alte HKL. Der
linke Flügel wurde auf Grund des Einbruchs beim Nachbarn etwas
zurückgezogen. Vier Panzer mit aufgesessener Infanterie wurden beim
Nachbarn beobachtet.
Auf Befehl der
Division wurde eine Schwadron des wieder in der Neuaufstellung
begriffenen Divisions-Füsilier-Bataillons zur Verlängerung des Riegels
bei Mikeli bis nach Vindoli eingesetzt, außerdem zwei Selbstfahrlafetten
dem I./6 zugeführt. Um 10.30 Uhr wurde im Abschnitt der 3. Kp. durch
Feldw. Böckelmann ein T-34 mit der Faustpatrone abgeschossen. Der
Rgt.-Führer war ab 9.00 Uhr im Abschnitt des I./6 und orientierte
anschließend den Ia über die angelaufenen Maßnahmen. In der Tiefe wurde
bei Punkt 190,1 eine Sicherung durch 3./Pionier-Bataillon
30 aufgebaut, von der um 13.30 Uhr die Meldung einlief, 1 km
westlich Klavas seien drei Panzer mit aufgesessener Infanterie in
Richtung Lubas fahrend beobachtet worden. Von der
Panzerjäger-Abteilung 30 wurden noch zwei weitere Pak nach 185,2
in Marsch gesetzt.
Gegen 14.20 Uhr war der Bataillonsgefechtsstand Mikeli durch eigenen
Gegenstoß unter Hptm. Franken wieder in eigene Hand gekommen. Der Feind
wurde in Stärke von zwei Kompanien in den Wald zurückgeworfen. Um 15.30
Uhr war der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord, Herr Generaloberst
Schörner, auf dem Rgt.Gef.Std. und ließ sich vom Rgt.-Führer über die
Lage im Rgt.-Abschnitt orientieren. Die Sicherung auf 190,1 wurde um
16.15 Uhr durch die Kp. Hesse vom
Feld-Ersatz-Bataillon 30 verstärkt. In den späten
Nachmittagsstunden ließ die Kampftätigkeit vorübergehend nach.
Gegen
19.00 Uhr stieß der Feind mit 3 Panzern und 80 Mann von Lubas nach
Westen auf 185,2 vor und setzte sich dort fest. Durch
Spähtrupps wurde festgestellt, dass der Feind schanzte. Beobachtet
wurden gegen 23.00 Uhr 3 fdl. Panzer und 1 Sturmgeschütz. Vor dem
rechten Flügel des I./6 hörte man im Laufe der Nacht starke mot.
Geräusche. 2 fdl. Spähtrupps wurden abgewiesen. Im Übrigen schoss der
Feind heftiges Störungsfeuer besonders mit Gr.W. An Beute wurden von der
3. Kp. 3 4,5-cm Pak und 2 s.M.G. gemeldet.
Wetter:
Klar.
17. Oktober 1944
Um
2.15
Uhr meldete sich der Kdr.
Panzergrenadier-Regiment
103, Oberst
Mummert,
beim Ia der Division und erhielt den Auftrag, die alte HKL wieder
herzustellen. Die Btl. und Panzer trafen erst im Laufe des Morgens ein.
Unterstellt wurde außerdem die
1./Bataillon
z.b.V.540. I./6 meldete um
6.45
Uhr mot. Geräusche vor dem Abschnitt von Osten nach Westen. Um
7.15
Uhr zogen sich die fdl. Panzer bei
Lubas
zurück, als der Angriff des
Panzergrenadier-Regiment
103 auf
185,2
anlief. Die erste Meldung von dort ging um
7.40
Uhr ein:
185,2 erreicht. Angriff läuft gut. Starke Pak-Abwehr.
Um
8.00
Uhr war
Lubienieki erreicht. Die eigene Artillerie und Nebelwerfer
legten mehrere Feuerschläge auf
Lubas.
Bis
9.05 Uhr war
Lubas
erreicht. Ein
T-34
wurde abgeschossen. Der Feind hatte die Straße von Lubas nach Süden
vermint. Das Feindfeuer nahm gegen
9.00
Uhr erheblich zu. Eine Bereitstellung wurde südlich
Lidumnieki erkannt und durch zusammengefasstes Feuer bekämpft.
Ein Überfall mit Salvengeschützen ging um
9.30
Uhr auf den Raum
Enki.
Auf Grund des starken Abwehrfeuers blieb der eigene Angriff bei Lubas
vorübergehend liegen, sodass sich Oberst
Mummert entschloss, mit
10
Panther und
1
Kradschützenzug von
Luli
aus nach Süden anzugreifen. Bei Lubas wurden
2
T-34 und
3 Pak
durch eigene Panzer und Sturmgeschütze abgeschossen. Um
12.00
Uhr gab
Hptm. Sparbier
(I./6) folgende Orientierung:
Die
1./z.b.V.540 lag hinter dem linken Flügel des Btl. Zwei
eigene Sturmgeschütze stießen entlang der Straße mit etwa
30 Mann vor, während zwei weitere hinter dem rechten Flügel
sicherten.
Eine feindliche
Bereitstellung von
100
Mann bei
Varki
wurde durch eigene Artillerie zerschlagen. Um
13.15
Uhr wurde wiederum eine Bereitstellung südlich
Lidumnieki gemeldet und bekämpft. Gegen
15.00
Uhr begann der Vorstoß eigener Panzer von
Luli
nach Süden, dessen Ziel die Südspitze des
Keri-Sees
war. Bei
Klavas
und südöstlich
Mikeli
hatte sich der Feind noch immer gehalten. Vier Panzer wurden dort noch
beobachtet. Infolge Hereinbrechens der Dunkelheit blieb der Angriff
zunächst liegen. Das
I./6
wurde durch
40 Mann
vom
Feld-Ersatz-Bataillon 30 und
II./Füsilier-Regiment
26 verstärkt. Zwischen dem Keri-See und
Sunas
blieb zunächst noch eine kleine Lücke, die durch eine dünne Besetzung
des
Panzergrenadier-Regiment
103 erst am Abend geschlossen werden konnte. Der Feind
verhielt sich in den Abendstunden und während der Nacht ruhig und schoss
nur mäßiges Störungsfeuer.
Wetter: Morgens
bedeckt, gegen Abend Regen.
18. Oktober 1944
Um
8.30
Uhr wurden von
3./6
vier Panzer und etwa
150
Mann im Raum
Klavas
gemeldet. Nach Aussagen eines Gefangenen, der bei
Mikeli
gemacht wurde, sollten im Raum südlich
Sunas
Bereitstellungen von etwa
30
Panzern und
1000
Mann Infanterie sein. Diese Aussagen bestätigten sich nicht.
Nach aufgefangenen
SQ.-Sprüchen sollten drei Kompanien Verstärkung bei
Sunas
bekommen und in Kürze angreifen. Außerdem wurde durch diese Sprüche
bestätigt, dass die Feindteile im Wald südlich
Mikeli erheblich angeschlagen waren und auf Entsetzung
warteten. Für den Nachmittag war ein eigener Angriff auf
Klavas geplant. Die artilleristische Unterstützung besprach
Oberst Mahler mit den Bataillonsführern. Um
14.00
Uhr begann nach stärkerer Artillerievorbereitung ein
Feindangriff in Stärke von etwa
100
Mann, der im gut liegenden eigenen Artilleriefeuer zerschlagen
wurde. Gegen
17.00
Uhr begann der Angriff des
Panzergrenadier-Regiment
103 auf
Klavas und kam gut voran. Ein Überläufer der
270.
Schützen-Division bestätigte das Ausweichen von
zwei
Feindpanzern nach Süden. Der Feind wurde von
Klavas aus bis nach
Blusas zurückgeworfen. Mit beginnender Dunkelheit flaute das
beiderseitige Störungsfeuer ab. Die Nacht verlief ohne besondere
Vorkommnisse.
Wetter: Trübe, abends
Regen.
19. Oktober 1944
Um
8.00 Uhr
wurde die
Kp. Hesse wieder zum
Feld-Ersatz-Bataillon 30 entlassen. Der Feind stellte sich mit
Panzern bei
Sunas
bereit und griff gegen
8.50
Uhr ohne Feuervorbereitung an. Der Angriff blieb aber im
eigenen Infanteriefeuer liegen. Um
9.30
Uhr meldete
I./6
Störungsfeuer auf gesamtem Abschnitt. Sonst keine besonderen
Vorkommnisse. Eine halbe Stunde später griffen Teile des
Pz.Gren.Rgt. 103 von
Klavas
nach Süden an. Der linke Flügel des
I./6
griff gleichzeitig an und drängte den Feind, der erhebliche Verluste
hatte, aus dem Wald über die eigene HKL zurück. Zwei Panzer und etwa
60 Mann
brachen nach Süden durch; der Rest wurde im Wald vernichtet. Um
11.00
Uhr griff der Feind mit
6
Panzern aus dem
Eiwald
an, blieb aber wiederum schon im eigenen Artilleriefeuer liegen. Ein
Überläufer meldete, mehrere Panzer seien bewegungsunfähig geschossen.
Der
Divisionskommandeur, der gegen
11.30
Uhr auf dem
Rgt.Gef.Std. eintraf, orientierte, dass der Feind
Munitionsschwierigkeiten habe und aus Mangel an Infanteriekräften zur
Zeit keinen weiteren Großangriff plane. Ein eigener Spähtrupp, der den
Wald von Süden nach
Mikeli durchschnitt, stieß nirgends auf Feind, erbeutete aber
einen Panjewagen mit Waffen. Insgesamt konnte an Beute vom
18./19.10. eingebracht werden:
- 4
Pak
- 2
leichte Infanteriegeschütze
- 4
s.M.G.
- 9
le.M.G.
- 11
Maschinenpistolen
- 32
Karabiner
Außerdem wurden
14
Gefangene eingebracht und
62
Feindtote gezählt. Die Nacht verlief bei mäßigem Störungsfeuer
ruhig.
Wetter: Bedeckt,
Regen.
20. Oktober 1944
In den frühen
Morgenstunden lag lediglich geringes Störungsfeuer mit M.G. und Gr.W.
auf dem Abschnitt. Um
5.30
Uhr wurden Kettenfahrzeuge vor der Naht zu
Panzergrenadier-Regiment
103 gehört. Gegen
6.00
Uhr traf das bisher im Abschnitt der
61. Infanterie-Division eingesetzte
II./Füsilier-Regiment
26 in Lkw-Transport in
Asite
ein und wurde dort untergebracht. Vier Sturmgeschütze der
Sturmgeschütz-Abteilung 1158 wurden im Regimentsabschnitt als
Divisionsreserve eingesetzt. Um
10.00
Uhr traf Ersatz für das Regiment ein:
-
18 Mann für I./6
-
48 Mann für II./26
Der
Divisionskommandeur begrüßte um
14.00
Uhr das
II./Füsilier-Regiment
26 wieder im Verband der Division und sprach ihm Dank und
Anerkennung für die tapfere Haltung im bisherigen Abschnitt aus.
Um
15.05 Uhr meldete das
Panzergrenadier-Regiment
103
gutes Fortschreiten eines Angriffs nach Süden bis zum Keri-See.
Mehrere Gefangene wurden gemacht, 1 Gr.W. gesprengt und 1 Panzer mit der
Panzerfaust abgeschossen. Das I./6 meldete um 18.00 Uhr, dass der
Anschluss zu
Panzergrenadier-Regiment
103 und zur Kp. Bataillon
z.b.V.540 fest vorhanden sei. Laut Orientierung von Ic der
Div. gruppierte der Feind vor dem gesamten Abschnitt um. Im Großen sei
eine Verlagerung nach Westen in den Raum von Skuodas festzustellen.
Welche Verbände vor dem Div.-Abschnitt eingesetzt waren, war noch nicht
einwandfrei festgestellt. Am Abend wurde die Füs.Kp.30 aus dem Abschnitt
des I./6 herausgelöst. Die Kp. Tremel blieb als Btl.-Reserve bei Mikeli.
Die Nacht verlief ruhig bei mässigem Störungsfeuer.
Wetter: Sonne.
21. Oktober 1944
Der Vormittag
verlief ruhig. Eingesetzt waren im Abschnitt des I./6 von rechts nach
links: 2./6, Bataillon
z.b.V.540, 3./6, in Reserve I./6. Um 11.00 Uhr trafen 5
Selbstfahrlafetten der Panzerjäger-Abteilung 752 zur Verfügung der Div.
ein und bezogen eine Bereitstellung in der Nähe des Rgt.Gef.Std. neu.
Die Sturmgeschütze der Sturmgesch.Abt. 1158 wurden entlassen. 2
Gefangene, die am linken Flügel I./6 im Wald südl. Mikeli eingebracht
wurden, sagten aus, dass der Feind zunächst keine weiteren
Angriffsabsichten hätte. Um 14.00 Uhr meldete sich N.V.Kdo. des
Werfer-Regiment 70 auf dem Rgt.Gef.Std. Der Div.-Kdr. traf gegen
15.00 Uhr ein und orientierte über die Lage und weitere Absichten. In
einer Besprechung um
15.30
Uhr wurde der V.B.-Einsatz bei Neugliederung des
Rgt.-Abschnittes geklärt, nach Rücksprache Kdr.
Panzerjäger-Abteilung 30 auch der Einsatz der panzerbrechenden
Waffen. Ab 18.00 Uhr löste das II./Füsilier-Regiment
26 das
Panzergrenadier-Regiment
103 ab und übernahm mit rechtem Anschluss an I./6 den
Abschnitt bis zum Keri-See. Um 1.00 Uhr war die Ablösung beendet. Zum
II./Füsilier-Regiment
26 wurde der Lt. Frost, zum I./6 der Lt. Stahl von der
Führerreserve der H.Gr. Nord versetzt, Lt. Ludwigs als N.O. zum Rgt.Stab.
Wetter: Klar.
22. Oktober 1944
Zur
Verbindungsaufnahme meldeten sich auf dem Rgt.Gef.Std. Kdr. und A.V.Kdo.
der I./Panzer-Artillerie-Regiment
4. Der Rgt.-Führer besuchte mit dem Ia der Div. den Abschnitt
des I./6. Beim II./Füsilier-Regiment
26 war die Ablösung planmässig verlaufen. Anschluss rechts
war gut vorhanden, nach links bis zum
Grenadier-Regiment 1147
war infolge eines versumpften Geländestreifens eine Lücke von 300 m
geblieben, die durch Feuer beherrscht werden konnte. Am Vormittag waren
80 Mann des
Artillerie-Regiments 30 und die Masse des D.F.B. eingesetzt, den
Wald südl. Mikeli zu durchkämmen. Der Wald war feindfrei. Bei klarer
Sicht waren nachmittags fdl. Aufklärer im Luftraum. Starke eigene
Flakabwehr konnte beobachtet werden. Ab 16.00 Uhr wurde der Rgt.Gef.Std.
in den Wald südl. Krievainiai verlegt. Das fdl. Störungsfeuer war am
Nachmittag besonders lebhaft, vor allem im Abschnitt II./Füsilier-Regiment
26. Gegen 16.35 Uhr wurde ein fdl. Spähtrupp von 6 Mann
beim II./Füsilier-Regiment
26 abgewiesen. Ein eigener Spähtrupp des II./Füsilier-Regiment
26 brannte das Gehöft südl. des Eiwaldes ab und hob einen
Doppelposten aus. 20–25 Russen wurden zurückgeschlagen. Der Stoßtrupp
kehrte ohne eigene Verluste zurück.
Wetter: Klar, nachts
besonders kalt.
23. Oktober 1944
Nach ruhigem
Verlauf der Nacht lebte das Störungsfeuer am Morgen vorübergehend auf.
Bei Vaidoliai wurden starke mot. Geräusche gehört und am Waldrand rege
Schanztätigkeit beobachtet. Zwei neue Pakstellungen wurden erkannt. Auf
dem Rgt.Gef.Std. trafen am Vormittag der Kdr.
Panzer-Regiment 35 zur Erkundung von Bereitstellungsräumen für
einen geplanten Angriff ein. Der Ic der Div. orientierte über die
Feindlage. Der Rgt.-Führer nahm an einer Besprechung auf dem Gef.Std.
Grenadier-Regiment 46
teil, auf der der Angriff besprochen wurde, der mit Teilen der
14. Panzer-Division in Richtung auf
Vainode geführt werden sollte. Der Tag verlief im übrigen ohne
besondere Vorkommnisse. Geringe Bewegungen wurden südl. des Eiwaldes
beobachtet. Ein eigener Spähtrupp am Rand des Eiwaldes wurde vorzeitig
erkannt und von zwei M.G. und mehreren M.P.-Schützen beschossen.
Wetter: Bedeckt.
24. Oktober 1944
Um 5.30 Uhr begann ein
eigener Angriff beim linken Nachbarn. Im eigenen Abschnitt war die Lage
bis 6.30 Uhr unverändert. Bereitstellungen wurden bei Zundi und Varki
erkannt und durch Salven der Nebelwerfer bekämpft. Um 7.40 Uhr ging die
Meldung ein, dass der linke Nachbar sein Angriffsziel erreicht hätte.
Der Feind fühlte mit geringen Kräften gegen den linken Flügel II./Füsilier-Regiment
26 vor. 3 Gefangene wurden bei einem Gegenstoß
eingebracht. Zur Ausnutzung des Angriffserfolges beim linken Nachbarn
sollte das Rgt. seinen linken Flügel gleichfalls vordrücken. Der Ic
orientierte, dass der Feind auf Grund von SQ.-Sprüchen
Mun.-Schwierigkeiten habe. Der Div.-Kdr. war gegen 10.30 Uhr auf dem
Rgt.Gef.Std. und orientierte über das Fortschreiten des eigenen
Angriffs, der bis zur Weggabel ostwärts Vaidoliai, zum Sanatorium und
zur Brücke Veckbata vorgetragen wurde. Der Feind leistete keinen allzu
starken Widerstand.
Zur Verstärkung wurden dem Rgt. zugeführt Teile des
Divisions-Füsilier-Bataillon 30 sowie Panther des
Panzer-Regiment 35. Dem II./Füsilier-Regiment
26 wurde 1 Schwadron
Divisions-Füsilier-Bataillon 30 unterstellt und 5 Sf. zugeführt.
Um 16.05 Uhr traten die Teile des D.F.B. zum Angriff an und erreichten
mit Unterstützung der Sf. in schwungvollem Vorstoß die Häuser südl. des
T.P. bei Striki. 1 Kp. des II./Füsilier-Regiment
26 stieß auf starken Widerstand westl. Krumi. Eine Pak und
1 s.M.G. wurden durch Sf.-Beschuss zerstört. Erheblichen Widerstand
leistete der Feind südl. Lidumnieki, wo der eigene Angriff nach einigen
100 m in starkem feindl. M.G.- und Gr.W.-Feuer liegenblieb. Auf Befehl
der Div. kämpften sich die eigenen Teile ab
23.00
Uhr auf die alte HKL zurück. Die Stoßtrupps des D.F.B. blieben
noch bis zum Morgengrauen im Raum Striki.
Die Nacht verlief ruhig und ohne besondere Vorkommnisse.
Wetter: Sonne.
25. Oktober 1944
In den Morgenstunden
wurde die Kp. Bataillon
z.b.V.540 zur Verfügung des Rgt. nach Klavas zurückgezogen.
Das D.F.B. mit beiden Schwadronen nach Asite und Krievaisi und eine
Panther-Kp. nach Asite. Die Sf. der Panzerjäger-Abteilung 752 blieben
beim Rgt.Gef.Std. Um 5.30 Uhr wehrte das II./Füsilier-Regiment
26 einen Feindangriff in Stärke von 200 Mann ab. Das
eigene Artl.-Feuer lag ausgezeichnet. 40 Feindtote wurden gezählt. Der
Erfolg des Vortages zeichnete sich in den zusammenfassenden Meldungen
der Btl. ab. Der Feind verlor im Abschnitt des Rgt. 66 (gezählte) Tote,
etwa die doppelte Anzahl Verwundete und 14 Gefangene. Zerstört wurden 1
s.J.G., 4 s.M.G., 6 Pak und 1 le.M.G. Die eigenen Verluste betrugen: 4
Tote, 44 Verwundete.
Der Feind stellte sich im Laufe des Vormittags weiter bereit und schob
sich vor dem I./6 weiter heran. 2 Pak wurden um 11.30 Uhr vor dem Eiwald
in Stellung gebracht. Das Artl.-Störungsfeuer war tagsüber recht
lebhaft. Schanzarbeiten wurden in Gegend südl. des Eiwaldes erkannt.
Beim Gehöft südl. Eiwald wurden lebhafte Einzelbewegungen durch M.G. und
Scharfschützen bekämpft und 3 Feindtote gezählt. Panzergeräusche wurden
um 16.30 Uhr in Gegend Vaidoliai gehört. Nachts wurden vom linken
Abschnitt starke Arbeitsgeräusche gehört. Das fdl. Störungsfeuer war
recht lebhaft.
Wetter: Bedeckt,
gegen Abend regnerisch.
26. Oktober 1944
In der Zeit von
7.00–12.00 Uhr schanzte der Feind am Waldrand und Gehöft südl. des
Eiwaldes. Eigene Nebelwerfer schossen mehrere Salven dorthin. Am Gehöft
wurde starker Verkehr erkannt, bei dem es sich offensichtlich um
Zuführung von Ersatz handelte. 3 Pak wurden vom Feind beim Gehöft und
hart westl. Krumi in Stellung gebracht. Die mot. Geräusche bei Vaidoliai
hielten während des ganzen Tages an. Das fdl. Störungsfeuer lag vor
allem im linken Abschnitt. Zwischen 11.00 und 14.00 Uhr wurden 4
Spähtrupps in Stärke von etwa 3–5 Mann abgewiesen. Im Wald westl. Krumi
wurde lebhafter Personenverkehr beobachtet und laute Stimmen gehört.
Anhaltende starke mot. Geräusche wurden auch gegen Abend wieder aus
Vaidoli gemeldet. Die fdl. Artl. schoss sich auf neue Räume ein.
Zwischen 17.00 und 19.00 Uhr wurden stärkere Bewegungen im Wald südl.
Lidumnieki beobachtet und festgestellt, dass der Feind sich vor dem
rechten Flügel I./6 bis auf 100 m heranschob. 1 Gefangener der
175.Schützen-Division sagte aus, dass der Feind am kommenden Morgen um
4.00 Uhr in Rgt.-Stärke mit 7 Panzern angreifen wollte.
Die Nacht verlief ruhig.
Wetter: Bedeckt, trübe.
27. Oktober
1944
Um 8.00 Uhr lag fdl.
Trommelfeuer auf dem gesamten Abschnitt. Der Feind griff bei der 3./6
und vor Mitte II./Füsilier-Regiment
26 in Btl.-Stärke an und konnte zunächst abgewehrt werden.
Da der Feind jedoch laufend Verstärkungen nachschob, gelangen ihm
verschiedene Einbrüche. In Höhe des Btl.Gef.Std. wurde ein Riegel des
I./6 aufgebaut, während das II./Füsilier-Regiment
26 in alter Stellung hielt und den Anschluss zur
Aufklärungs-Abteilung 14 aufrecht erhielt. Der Schwerpunkt des
fdl. Angriffs lag offensichtlich zunächst beim
Grenadier-Regiment 46, wo
der Feind bis Asite durchbrach und sich an der Rollbahn festsetzte.
Gegen Mittag musste sich auch das II./Füsilier-Regiment
26 absetzen, das durch die 3./Pionier-Bataillon
30 verstärkt worden war. Das Rgt. setzte sich befehlsgemäß auf
die Linie 185,2 – Lubas – Klavas ab. Der Feind griff mit 12 Panzern und
etwa 200 Mann den linken Flügel des II./Füsilier-Regiment
26 an, stiess über Klavas weiter nach Nordosten vor und
bedrohte den Rücken des II./Füsilier-Regiment
26. Im Abschnitt des I./6 griff der Feind mit Unterstützung
von Flammenwerfern an, konnte aber abgewiesen werden. Die Riegelstellung
in Höhe Mikeli wurde bis zum Eintreffen des Absetzbefehls gehalten. Mit
Einbruch der Dunkelheit stellte der Feind seine Angriffe ein. Das
Störungsfeuer liess erheblich nach. Die Nacht verlief ruhig. Auf Befehl
der Div. setzte sich das Rgt. im Laufe der Nacht auf die Linie 190,1 –
Krievaisi – Waldtaille ostwärts Krievaisi ab. Rgt.Gef.Std. nach Cali,
das I./6 blieb in Gegend 185,2 als Vorpostenkompanie. Das Absetzen
geschah planmässig, ohne Behinderung durch den Feind.
Wetter: Bedeckt.
28. Oktober 1944
Das II./Füsilier-Regiment
26 musste um 7.00 Uhr den ersten Feindangriff in Raum südl.
Sermoli abwehren und schlug btl.-starken Feind zurück. Gegen 8.00 Uhr
griff der Feind mit etwa 100 Mann und 5 Panzern die eigenen Linien am
Wald bei Bruvelini an. Durch Einsatz des Reiterzuges und einer Kp. des
I./6 konnte ein Einbruch des Feindes verhindert werden. Durch engen
Anschluss zum II./Grenadier-Regiment
2 konnte eine Lücke am rechten Flügel geschlossen werden. Auf
Befehl der Div. setzte sich
Hptm. Sparbier
mit den bei 185,2 eingesetzten Teilen des I./6 um 9.30 Uhr auf den Raum
um 190,1 ab. Der Feind setzte während des Vormittags laufend
Schlachtflieger ein und warf Bomben im Raum der Artl.-Stellungen.
Mehrere Feuerüberfälle mit Salvengeschützen und schwerer Artl. lagen
besonders gegen Mittag im Raum um Bruvelini. Das fdl.
Artl.-Störungsfeuer lag mit Masse auf 172,4 und 190,1. Die
Absetzbewegung von 185,2 konnte wie befohlen durchgeführt werden. Die im
Rgt.-Abschnitt eingesetzten Tiger überwachten das Zurückgehen der Teile
des I./6 und vernichteten dabei 2 Pak und 3 Feindpanzer. Die auf
Bruvelini angreifende fdl. Inf. ging nach Krivaisi zurück. Der Feind
verstärkte sich im Wald von Krivaisi laufend. Seine Bereitstellungen
wurden durch eigene Artl. und Werferfeuer bekämpft. Am Nachmittag griff
der Feind nochmals in Kp.-Stärke unsere Stellungen bei Bruvelini an,
wurde aber mit Unterstützung durch die Tiger abgewiesen. Insgesamt
wurden im Laufe des Tages abgeschossen bzw. vernichtet: 5 Panzer, 5 Pak,
1 Geschütz. Am Abend liess das fdl. Störungsfeuer nach. Während der
Nacht lag lediglich mässiges Gr.W.-Störungsfeuer auf dem Raum um
Bruvelini.
Wetter: Bedeckt.